Von Angela Köckritz

Karl Szmolinsky aus dem brandenburgischen Finsterwalde züchtet monströse Hasen, mit denen die kommunistische Regierung in Pjöngjang das Versorgungsproblem des Landes lösen will.

Wenn Karl Szmolinsky zu seinen Hasen geht, zieht er die ,,Uniform‘‘ an. Grün ist die Uniform, eine Weste bedruckt mit Hasenfotos. Seine Strickjacke, mit der er eben noch in der Stube gesessen ist, hängt Szmolinsky an den Nagel. Er nennt sie ,,Stalljacke‘‘. Stalljacke fürs Haus und Uniform für den Hasenstall? Die meisten Menschen würden es wohl andersherum machen, aber die haben, wie Szmolinsky sagt, auch keine ,,Hasenmacke‘‘.

Er selbst hat eine, vor allem aber gehören ihm Deutschlands berühmteste Kaninchen. Weil das so ist, rufen alle paar Minuten Menschen bei den Szmolinskys an. Reporter, Fotografen, Hasenzüchter. Ach, seufzt Szmolinsky dann, ,,schon wieder die Japaner‘‘. Letzte Woche erst ist ein japanisches Fernsehteam extra aus Paris eingeflogen. Und das alles wegen der Kaninchen.

Ein Hase macht acht Menschen satt

Kaninchen, das klingt so klein und putzig, dabei sind Szmolinskys Tiere größer als jeder Rauhaardackel. Das hat sie in der ganzen Welt berühmt gemacht, vor allem aber in Nordkorea. Denn die kommunistische Regierung in Pjöngjang möchte mit Hilfe der Kaninchen das Versorgungsproblem des Landes lösen. ,,Acht Leute können sich an einem Tier satt essen‘‘, sagt Szmolinsky.

Viele Menschen sind in Nordkorea unterernährt, immer wieder leidet die Bevölkerung unter verheerenden Hungersnöten. So beschloss Nordkoreas Führung, in die Hasenzucht einzusteigen. Nicht ganz einfach in einem Land, ,,in dem es weder Hasen noch Kaninchen gibt‘‘, so Szmolinsky.

Er selbst wäre nie auf die Idee gekommen, den Nordkoreanern seine Hasen anzubieten. Seit 43 Jahren züchtet der 67-jährige Rentner Szmolinsky den Deutschen Riesengrau, so heißen die gewaltigen Kaninchen. Ein Züchterleben ,,mit Höhen und Tiefen‘‘, sagt Szmolinsky.

Prachtexemplar mit 10,5 Kilo

Die unzähligen Pokale, die sich in und auf den Schränken drängen, erzählen von den Höhen. ,,Staubfänger‘‘ sagen die Schwiegertöchter. Auch im vergangenen Jahr hatte Szmolinsky Züchterglück. Nicht nur gewann er mit ,,Robert‘‘ den ersten Preis auf einer Landeshasenschau. Robert ist ein Prachtexemplar von einem Riesengrau, 10, 5 Kilo bringt er auf die Waage.

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Leserkommentare (1)



23.10.2009 08:50:57

Tribun86: Frage an die Redaktion

Züchtet der Herr Szmolinsky jetzt Kaninchen oder Hasen?

Das ist nämlich bei weitem nicht das Gleiche!


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