In den vergangenen Jahren ging es keusch zu an Chinas Zeitungskiosken. Das soll anders werden: Einige von ihnen dürfen bald den Playboy verkaufen. Allerdings nur 16 Tage lang.

Playboy: China gewährt Einfuhr während der Olympischen SpieleGrossbild

Die Zeitschrift "Playboy": Während der Olympischen Spiele darf das Symbol des US-Kapitalismus in China verkauft werden. (Foto: Reuters)

Eigentlich ist in China alles verboten, was mit Pornographie zu tun hat. Eigentlich. Aber die chinesische Regierung versprach, während der Olympischen Spiele im Sommer 2008 Pressefreiheit zu gewähren. Das gehört zum Olympischen Protokoll - auch Athen, Sydney und Atlanta waren dazu aufgefordert worden, während ihrer Olympischen Spiele auf ein breites Presseangebot zu achten. Die Lockerung der Einfuhrbestimmungen hat den Zweck, Journalisten und Sportlern den Zugang zu allen wichtigen Publikationen zu bieten.

"Wir werden einen Großteil der umsatzstarken Zeitungen und Zeitschriften aus der ganzen Welt anbieten", prahlte Liang Jianrui, der stellvertretende Geschäftsführer der "China National Publications Import and Export Corporation" gegenüber der chinesischen Zeitung China Daily.

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Am Zeitungsständer soll dann aber eben nicht nur Platz sein für New York Times und das englische Boulevard-Blatt The Sun sein, sondern laut China Daily auch für den Playboy. Die Magazine werden China aber wohl nicht überfluten, die Männer-Lektüre wird es eher in homöopathischen Dosen geben: An nur neun Kiosken in Peking soll das Heft während der Olympischen Spiele verkauft werden dürfen. China Daily stellte als Service-Leistung eine Grafik ins Netz, damit ihre Leser die raren Verkaufsplätze finden können.

"Unsere Gesetzte verbieten den Playboy und wir sollen uns an sie halten", sagte Liang Jianrui artig. Sein Unternehmen die Zeitungskioske betreut, die während der Spiele von der Zensur befreit sind. Aber im Stillen hofft der Geschäftsmann wohl, dass die Bunny-Bilderhefte reißenden Absatz bei Sportlern und Besuchern finden. "Es könnte sein, dass es während der Spiele einen Bedarf dafür gibt", sagte er. Diese Möglichkeit sei nicht auszuschließen.

Auch wenn China Daily die Playboy-Bilder für "geschmackvoll" hält - in China bleibt der Verkauf der Zeitschrift, die vor allem leichtbekleidete Damen zeigt, umstritten. Insgesamt beobachtet die englischsprachige Zeitung in China aber ein wachsendes Interesse an Experimenten mit Zeitschriften, die einst als gefährlich und unsauber galten. Oder immer noch gelten.

In China wurden die Buchregale und Zeitungsständer in den vergangenen 18 Monaten zunehmend liberal bestückt - inzwischen erscheint sogar eine chinesische Ausgabe des Musikmagazins Rolling Stone.

(sueddeutsche.de/sma)

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