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Der heißeste Juli aller Zeiten
Hitzesommer 2006
27.07.2006, 16:48
Die unangenehme Seite des Sommers: Ein Tabakbauer zeigt seine von der Hitze bedrohte Ernte. (Foto: dpa)
Ob der "Sahara-Sommer" (Bild, und andere) auch ein Rekordsommer wird, steht noch nicht fest. An den letzten Julitagen vertreiben unwetterartige Gewitter die Gluthitze.
Für August sieht es dem Deutschen Wetterdienst zufolge nach einer Abschwächung der Hitzewelle aus. Das große Schwitzen ist Anfang nächster Woche erst einmal vorbei. Atlantische Tiefausläufer bringen erst weniger heiße, dann aber für die Jahreszeit normal temperierte Luft.
Trotz der Abkühlung liegt die Durchschnittstemperatur des Monats mit 22,1 Grad bereits über dem bisher heißesten Juli des Jahres 1994, als durchschnittlich 21,3 Grad gemessen wurden.
Damals übertraf dieser Temperaturwert den langjährigen Durchschnitt um 4,4 Grad, in diesem Jahr sind es bisher 5,2. Wenn im August normales Wetter herrscht, wird der Sommer 2006 einer der heißesten. Bereits der Juni war insgesamt zu warm, wie Müller-Westermeier erklärte, auch wenn die Hitzeperiode erst am 10. Juni angefangen hat.
Seither war jeder Tag überdurchschnittlich heiß. Im Juli ist vor allem die Summe der Tage mit mehr als 30 Grad Hitze rekordverdächtig. Die höchste je in Deutschland gemessene Temperatur von 40,2 Grad am 27. Juli 1983 im oberpfälzischen Gärmersdorf wurde allerdings nicht übertroffen.
In Deutschland war es sogar heißer als an den „Hot Spots“ des Mittelmeers. So herrschten am Mittwoch in Frankfurt am Main 35,4 Grad, in Palermo (Sizilien) aber nur 31,2 Grad und in Heraklion (Kreta) nur 28,4.
Der Sommer 2006 ist auch außergewöhnlich trocken. Von der durchschnittlichen Niederschlagsmenge sei im Großen und Ganzen nur gut die Hälfte gefallen, sagte Müller-Westermeier. Wo allerdings die schweren Gewitter niedergingen, seien überdurchschnittlich große Regenmengen gefallen - „bis zum Doppelten“, fügte er hinzu.
Landwirten droht nach Angaben des Deutschen Bauernverbands wegen der Dürreschäden eine existenzielle Notlage. Der DBV forderte unter anderem steuerliche Erleichterungen, die frühere Auszahlung von EU-Prämien und Abschlagszahlungen.
Die Politiker Klaus-Uwe Benneter (SPD) und Christian Ströbele (Grüne) setzten sich in „Bild“ für die Einführung einer Siesta ein, um Arbeitnehmer zu entlasten.
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