Auf dem Dortmunder Hauptbahnhof ist eine zu einer Bombe umfunktionierte Gasflasche entdeckt und entschärft worden. Wer den Sprengsatz präpariert hat, wissen die Ermittler nicht. Nur eines gilt als sicher: Dass es sich um keinen "Dummer-Jungen-Streich" handelt.

Zu einer Bombe umgebraute GasflascheGrossbild

Zu einer Bombe umgebaute Gasflasche (Foto: dpa)

„Der Inhalt war dazu geeignet, Menschen schwer zu verletzen oder möglicherweise auch zu Tode kommen zu lassen“, sagte Staatsanwältin Ina Holznagel. In dem Koffer, der in einem Regionalzug gefunden wurde, befanden sich eine gefüllte Propangasflasche, ein Wecker und
Drähte. Spezialisten des Landeskriminalamtes untersuchen die Konstruktion. „Es handelt sich aber um keine Attrappe“, stellte die Staatsanwältin klar.

Der Koffer war am Montag von einem Zugbegleiter im Regionalexpress von Aachen nach Hamm gefunden und an der Fundstelle des Bahnhofs abgegeben worden. Die Mitarbeiter dort hatten den Trolley geöffnet und Alarm geschlagen. Sprengstoff-Experten hatten den Koffer unschädlich gemacht. Ob es sich um einen Anschlagsversuch handelt, wollte die Staatsanwaltschaft noch nicht bestätigen.

Kein Bekennerschreiben

„Ein Dummer-Jungen-Streich war das ganz sicher nicht“, sagte Holznagel. Auch auf eine mögliche Erpressung oder andere Motive gebe es keine Hinweise. „Ein Bekennerschreiben gibt es nicht.“

Es ist unklar, inwieweit die Dortmunder Ereignisse mit einem gescheiterten Anschlag am Dresdner Hauptbahnhof aus dem Jahr 2003 vergleichbar sind. Mitten im Reisetrubel zu Pfingsten hatte damals eine Kofferbombe für Angst und Schrecken gesorgt. Die Bombe konnte damals entschärft werden, der Bombenleger wurde später zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt.

(dpa)

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