Von Johannes Nitschmann

Einem Betrüger aufgesessen: Franjo Pooth sagt im Prozess gegen einen Mann aus, der seine Millionen-Pleite ausnutzen wollte.

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Franjo Pooth musste im Prozess gegen einen Mann aussagen, der seine Millionen-Pleite ausnutzen wollte. Foto: AP

Franjo Pooth scheint sich zu genieren. "Ich bitte um Verständnis", sagt der prominente Zeuge vor Gericht, "aber ich habe händeringend nach Investoren gesucht, um die Insolvenz meiner Firma zu verhindern." Einer dieser potentiellen Investoren sitzt derzeit im Schwurgerichtssaal 111 des Landgerichts Düsseldorf in einem Erpressungs- und Betrugsprozess auf der Anklagebank.

Der 57-jährige Aachener Hans-Albert H., der einschlägig vorbestraft ist und bereits mehr als 20 Jahre im Gefängnis gesessen hat, soll die Millionen-Pleite von Pooth als "Trittbrettfahrer" genutzt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem korpulenten Mann vor, Vorstände der Stadtsparkasse Düsseldorf mit angeblichem Material über kriminelle Kreditvergaben an Pooth und teure Bordellbesuche bei Dienstreisen erpresst haben.

Im Januar 2008 war Hans-Albert H. bei dem prominenten Unternehmer und Ehemann von TV-Entertainerin Verona Pooth als Mittelsmann amerikanischer Investoren vorstellig geworden. Er gab vor, seine Auftraggeber wollten in die angeschlagene Firma Maxfield einsteigen und deren Markenname erwerben. Sicherlich, räumte Pooth vor Gericht ein, sei das Erscheinungsbild des Angeklagten "eher merkwürdig gewesen".

Doch bei einem Treffen in der Lobby eines Hotels im Düsseldorfer "Medienhafen" habe der angebliche Investor seine Pläne "sehr vernünftig dargestellt". Auch die geforderte Vermittlungs-Provision in Höhe von 250.000 Euro habe keinen Argwohn bei ihm geweckt. Im Gegenteil: "Zu meiner Schande muss ich gestehen" sagte Pooth, dass er für den Angeklagten sogar eine Firmenpräsentation gemacht und ihm Material über sein angeschlagenes Unternehmen übergeben habe. "Der hat uns sehr begabt um den Finger gewickelt." Selbst der damalige Vorstandschef der Düsseldorfer Sparkasse habe die Investorenpläne nach einem Treffen mit H. als "recht vernünftig" beurteilt.

Misstrauisch will Pooth erst geworden sein, als der Angeklagte von ihm 8000 Euro Vorschuss für einen Flug in die USA verlangt habe. Daraufhin habe er ihm "eine Falle gestellt" und erklärt, er werde ihm ein Flugticket besorgen. Danach habe der ominöse Vermittler seine Reisepläne rasch aufgeben.

Doch Hoffnung auf die rettende Hand aus Amerika hatte der Pleite-Unternehmer immer noch: "In so einer Situation geben Sie nicht auf." Erst als sein Anwalt die Autonummer des Investors "abgeklärt" habe, sei ihm klar geworden, dass er auf einen Betrüger herein gefallen sei, erklärte der Zeuge. "Die Autonummer war bei den Behörden gar nicht registriert." Daraufhin habe er schließlich die Polizei alarmiert.

(SZ vom 13.03.2009/segi)