Eine Finanzspritze soll den Abschied erleichtern: Italiens Volljährige denken nicht an Auszug, sondern wohnen lieber weiter bei der Mama. Ein Minister will das ändern.
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Italiens Minister für öffentliche Verwaltung, Renato Brunetta, will Nesthocker zum Auszug aus dem elterlichen Heim bewegen. Foto: AP
Warmes Essen, gebügelte Wäsche, günstige, weil nicht vorhandene, Miete: Italiens Volljährige wollen offenbar nicht auf eigenen Füßen stehen. "Hotel Mama" scheint bequemer zu sein als die Selbständigkeit. Italien hat in Europa eine der höchsten Raten an Kindern, die auch nach ihrem 18. Geburtstag zuhause wohnen bleiben. Der Stiefel ist quasi das Mutterland des "Hotel-Mama"-Betriebs.
Jetzt soll allerdings Schluss sein mit der preiswerten und bequemen Nesthockerei: Italiens Minister für öffentliche Verwaltung, Renato Brunetta, will Jugendlichen mit einer monatlichen Finanzspritze den Auszug aus dem elterlichen Heim schmackhaft machen.
Brunetta schlug in einer Sendung der Fernsehstation RAI vor, volljährigem Nachwuchs monatlich 500 Euro als Darlehen zu gewähren, damit sie ausziehen können.
Um das Programm für die umgangssprachlich "Big Babys“ genannten Jugendlichen zu finanzieren, schlug Brunetta vor, bei anderen Sozialleistungen zu sparen, etwa bei Renten und Zusatzleistungen für über 55-Jährige. "Wir sollten den Eltern weniger und stattdessen den Kindern mehr geben", sagte er im Fernsehen.
Viele Politikerkollegen scheint der Minister für seine Idee jedoch nicht gewinnen zu können: Die Regierung beeilte sich, zu erklären, dass es sich dabei nur um den Vorschlag eines Ministers handle, der nicht offiziell unterstützt werde.
(sueddeutsche.de/AFP/kred/abis)
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