Festnahme am Niederrhein: Die Polizei hat den Ausbrecher Peter Paul Michalski gefasst. Spezialeinsatzkräfte überwältigten den bewaffneten Gangster in Schermbeck in Nordrhein-Westfalen.
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Peter Paul Michalski ging am Morgen einem Spezialeinsatzkommando in Nordrhein-Westfalen ins Netz. Foto: AP
Viereinhalb Tage nach seinem spektakulären Ausbruch aus der Justizvollzugsanstalt Aachen ist der Schwerkriminelle Peter Paul Michalski festgenommen worden. Wie die Polizei mitteilte, wurde er in der 15.000-Einwohner-Gemeinde Schermbeck in Nordrhein-Westfalen von Spezialeinsatzkräften gefasst.
An einem "günstigen Ort", in der Nähe eines Landgasthofes im Kreis Wesel, hätten die Einsatzkräfte zugegriffen und den Bewaffneten festgenommen, teilte die Kölner Polizei mit. Michalski war mit einem silberfarbenen Fahrrad unterwegs. Ein Spezialeinsatzkommando hat mit einem Fahrzeug den radelnden Michalski abgedrängt, der daraufhin in einen Straßengraben stürzte. Bei der Festnahme seien weder Michalski noch Polizeibeamte verletzt worden.
Der Mörder Michalski war am Donnerstag gemeinsam mit dem Schwerverbrecher Michael Heckhoff aus der Justizvollzugsanstalt Aachen geflohen. Bereits am Sonntag war Heckhoff in Mülheim an der Ruhr Spezialbeamten ins Netz gegangen.
Bei ihrem Ausbruch aus der JVA Aachen waren Michalski und Heckhoff offensichtlich von einem Aufseher unterstützt worden, der deswegen in U-Haft sitzt. Die beiden Kriminellen sind wegen Kapitalverbrechen, darunter Mord und Geiselnahme, zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.
Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, hat den Polizeieinsatz zur Festnahme der geflüchteten Schwerverbrecher mittlerweile als umsichtig und professionell bezeichnet. "Man kann die Kollegen nur beglückwünschen", sagte Freiberg. Jetzt gelte es nachzuarbeiten, was in der Justizvollzugsanstalt geschehen ist, damit sich ein solcher Ausbruch nicht wiederholen könne.
Unabhängig von dem Fahndungserfolg kritisierte Freiberg, dass der deutschen Polizei noch immer ein flächendeckender Digitalfunk fehle. "Das ist ein Trauerspiel sondergleichen", sagte er. Deutschland habe als letztes Land in Europa keinen Digitalfunk. "Wir doktern seit über zehn Jahren daran herum. Jetzt ist das Jahr 2012 anvisiert, und ich sage voraus, dieses Datum wird weitestgehend nicht zu halten sein." Freiberg bezeichnete die Verzögerung als verantwortungslos.
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(sueddeutsche.de/dpa/AP/AFP/abis/gap)




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