Während die Familien der getöteten Deutschen um ihre Töchter trauern, herrscht noch immer Ungewissheit über das Schicksal der anderen Entführungsopfer. Jemenitische Geistliche haben die Tat nun scharf verurteilt.
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Die im Jemen getötete 26-jährige Rita S. Foto: ddp
Der Vater einer der im Jemen getöteten Frauen hat sich in einem Interview zutiefst bestürzt gezeigt. "Sie war ein Engel“, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. Diejenigen, die seiner Tochter das angetan hätten, seien "skrupellose Verbrecher, die möchten, dass wir leiden".
Er hoffe nun, dass die übrigen Geiseln mit dem Leben davonkommen werden. Er habe mit seiner Tochter einen Tag vor der Entführung zum letzten Mal am Telefon sprechen können, sagte der Vater. "Sie war sehr glücklich, den Menschen im Jemen helfen zu können."
Die beiden getöteten deutschen Frauen stammen aus dem niedersächsischen Landkreis Gifhorn. Sie waren Studentinnen der Bibelschule Brake in Lemgo (Nordrhein-Westfalen) und arbeiteten als Pflegehelferinnen in einem Krankenhaus in Saada.
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Auch die 24-jährige Anita G., ebenfalls Studentin einer Bibelschule in Lemgo, wurde im Jemen ermordet Foto: ddp
Die Suche nach den anderen Entführten, an der Stammesangehörige, Regierungstruppen und Rebellen teilnehmen, läuft indes weiter auf Hochtouren - bislang erfolglos: Von der fünfköpfigen deutschen Familie mit drei kleinen Kindern und einem Briten fehlt weiter jede Spur.
"Eine Armee von Menschen beteiligt sich an der Suche", sagte der Parlamentarier und Stammesführer Fais al-Awjari aus Saada. Das Innenministerium in der Hauptstadt Sanaa erklärte am Abend, dass die Belohnung für Hinweise auf das Versteck der Geiselnehmer nun auf 250.000 US-Dollar (181.000 Euro) erhöht worden sei.
Indes hat die Gemeinschaft der islamischen Geistlichen im Jemen die Geiselnahme und Ermordung scharf verurteilt. "Es ist ein übles Verbrechen, diese Menschen zu entführen und Frauen zu töten, die in einem Krankenhaus arbeiteten, um den Menschen zu helfen", hieß es in einer Erklärung der Religionsgelehrten, die von der staatlichen Nachrichtenagentur SABA verbreitet wurde.
Der Mord an den zwei deutschen Frauen und der koreanischen Lehrerin widerspreche nicht nur den Prinzipien des Islam sondern auch den Traditionen der Araber "seit den Tagen des Propheten Mohammed".
in der Provinz Saada protestierten am Mittwoch Hunderte von Anhängern des schiitischen Rebellenführers Abdulmalik al-Houthi gegen die Taten. Ein Sprecher der islamischen Bewegung sagte, die Demonstranten hätten während ihres Protestzuges in der Ortschaft Dhahian die positive Rolle der ausländischen Helfer im Dschumhuri-Krankenhaus betont.
"Wir sprechen dem deutschen Volk unser Beileid aus" und "Die Sicherheitsbehörden müssen dieses verabscheuungswürdige Verbrechen
unbedingt aufklären" stand auf ihren Transparenten. Der Sprecher der Bewegung, die sich in Saada seit 2004 immer wieder Gefechte mit Regierungstruppen liefert, warf der jemenitischen Führung vor, sie habe nach der Geiselnahme zu langsam reagiert.
Die Gruppe war am Freitag während eines Ausfluges in der nordwestlichen Provinz Saada verschleppt worden. Am Montag fanden Hirten in einem Tal die Leichen der drei Frauen. Die Ausländer hatten alle im Dschumhuri-Krankenhaus in Saada gearbeitet. Bislang hat sich niemand als Geiselnehmer zu erkennen gegeben. Sicherheitskreise halten es allerdings für möglich, dass islamistische Extremisten der al-Qaida die Ausländerinnen umgebracht haben.
In der Hauptstadt Sanaa traf nach Angaben aus jemenitischen Sicherheitskreisen am Dienstag ein deutsches Ermittlerteam ein. Ein zweites Team, zu dem auch Ärzte gehörten, werde noch erwartet, hieß es.
(sueddeutsche.de/dpa/aho)



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