Als die Rettungskräfte schließlich kamen, mussten sie den 300-Kilo-Mann aus den Polstern seines Sessels schneiden. Acht Monate hatte er dort gesessen. Der 33-Jährige starb im Krankenhaus.

Nach einem Krankenhausaufenthalt wegen einer Knieverletzung brachten Rettungskräfte Daniel Webb fürsorglich wieder nach Hause. Sie setzten den übergewichtigen 33-Jährigen in einen Fernsehsessel - aus dem er acht Monate lang nicht wieder aufstand und in dem er langsam starb.

Webb sei nicht krankenversichert gewesen, habe sich geschämt und deswegen keine ärztliche Hilfe geholt, sagte seine Frau. Der 300-Kilo-Mann starb an dem Tag, an dem das Paar seinen zweiten Hochzeitstag feiern wollte.

Von Wunden übersät

Bei seiner Rückkehr aus der Klinik sei den Sanitätern klar gewesen, dass Daniel wegen seines Gewichts vermutlich nicht selbst wieder aus dem Sessel würde aufstehen können, sagte seine Frau Ada. Ihr Mann wollte trotzdem dort abgesetzt werden.

Als seine Schmerzen immer schlimmer wurden und seine Mutter am Mittwoch endlich den Rettungsdienst rief, musste der 33-Jährige aus dem Polster herausgeschnitten werden. Damit er überhaupt in ein Krankenhaus gebracht werden konnte, durchbrachen die Einsatzkräfte die Außenwand seines Mobile homes (Mobilheim) in Greenwood nahe Columbia. Dort starb Daniel wenige Stunden später.

Sein Körper war mit Wunden übersät. Nach Klinikangaben erlitt er einen Herzanfall. Webbs Ehefrau Ada gab sein Gewicht mit rund 225 Kilogramm an, die Polizei sprach sogar von 360 Kilogramm.

Er hatte ein großes Herz

Seiner Frau zufolge schlief der schwerst Übergewichtige seit März in dem Sessel und verrichtete dort auch seine Notdurft. Sie habe das Polster jeden Tag gereinigt, und Daniel, ein ehemaliger Prediger, habe von dort aus über das Internet mit anderen kommuniziert. Er habe offenbar gewusst, dass er bald sterben würde.

Das Paar hatte sich vor vier Jahren über das soziale Netzwerk MySpace kennengelernt. Sie habe in Daniel keinen Übergewichtigen gesehen, sondern jemanden, der Gott liebte und ein großes Herz hatte, sagt Ada. Fast 15 Jahre lang hatte er als Schulbusfahrer gearbeitet, bis er den Job wegen seines Gewichts aufgeben musste.

Weil sich Webbs Gesundheitszustand immer weiter verschlechterte bat seine Frau die Klinik im Frühjahr, ihn auch nach der Behandlung seiner Knieverletzung dazubehalten. Da dem Ehepaar das Geld für einen längeren Krankenhausaufenthalt jedoch fehlte, wurde der 33-Jährige nach Hause geschickt.

"Jeder hat uns gesagt, wenn ihr herkommt, werden wir euch helfen", berichtete Ada Webb von den Wochen nach Daniels Krankenhausaufenthalt. "Wir hatten aber keine Möglichkeit, dass er aufstand, und niemand wollte kommen und uns helfen."

Irgendwann habe Daniel dann gesagt, alles liege in Gottes Hand. Der 33-Jährige habe die Tage nur noch damit verbracht, mit seinen vier Hunden zu spielen und sich im Internet mit anderen über den Glauben zu unterhalten.

(AP/jobr/bica)