Von Rudolph Chimelli

Unter dem Pariser Santé-Gefängnis, das als besonders sicher gilt, sind drei Tunnels entdeckt worden. Ob es sich um einen Versuch zur Befreiung von Häftlingen oder zur Vorbereitung eines Anschlags handelt, ist noch nicht geklärt.

Häftling im Pariser Santé-Gefängnis

Häftling im Pariser Santé-Gefängnis (Foto: Reuters)

Wie französische Medien aus Justizkreisen erfuhren, wurden die Stollen aus den so genannten Katakomben in horizontaler Richtung vorangetrieben.

Diese "Katakomben" sind ehemalige Steinbrüche, die sich als Labyrinth von Höhlen unter großen Teilen des 14. Arrondissements der Hauptstadt hinziehen, wo die Strafanstalt liegt.

Die möglichen Zugänge aus dem Gefängnis zu zwei der Tunnels sind bereits wieder vermauert worden. Auch Werkzeuge wurden sichergestellt.

Ob es sich um einen Versuch zur Befreiung von Häftlingen oder zur Vorbereitung eines Anschlags handelt, ist noch nicht geklärt. Im Hochsicherheitstrakt des Santé-Gefängnisses sind zahlreiche gefährliche oder prominente Insassen untergebracht, so der internationale Terrorist Carlos, der allerdings kaum mehr organisierte Sympathisanten haben dürfte.

Auch der ehemalige deutsche Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls, der dort seine Auslieferung abwartet, kommt als Ziel einer solchen Aktion nicht in Frage.

Urheber in der fränzösischen Unterwelt vermutet


Der ehemalige Polizeipräsident Maurice Papon, der wegen Beihilfe zur Deportation von Juden verurteilt wurde, ist als haftunfähig entlassen worden.

Die Polizei, deren Spezialabteilungen zur Bekämpfung der Bandenkriminalität und des Terrorismus eingeschaltet wurden, sucht die Urheber deshalb vor allem in Kreisen der französischen Unterwelt.

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