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- Prozess in der Türkei - Marcos Heimkehr
Marco frei - Prozess geht weiter
Der Fall Marco W.
14.12.2007, 16:21
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Das Gerichtsgebäude in Antalya (Foto: Getty)
Erleichterung bei den Anwälten, bei den Eltern und nicht zuletzt bei Marco selbst: Der seit acht Monaten in der Türkei inhaftierte Schüler aus Uelzen ist frei und darf nach Hause fliegen. So kann er Weihnachten mit seiner Familie verbringen. Wann der 17-Jährige nach Deutschland fliegt, ist noch nicht bekannt.
Das Gericht in Antalya entließ den Jungen ohne Auflagen aus der Untersuchungshaft. Der Prozess werde aber fortgesetzt, sagten Marcos Anwälte. Das Verfahren soll am 1. April kommenden Jahres fortgesetzt werden.
Das Gericht habe seine Entscheidung damit begründet, dass es noch weitere Informationen benötige und unter diesen Umständen eine Fortdauer der Untersuchungshaft nicht angemessen sei, sagten Marcos Anwälte in Antalya. Der Junge hatte insgesamt 247 Tage in einem türkischen Gefängnis gesessen.
Anwälte der Gegenseite wollen Beschwerde einlegen
Die Nebenklage dringt weiterhin auf eine Verurteilung wegen Vergewaltigung. Charlottes Anwalt Ömer Aycan kündigte an, er werde Beschwerde gegen Marcos Freilassung einlegen.
"Unserer Meinung nach sollte er während der Dauer des Prozesses in Haft bleiben", sagte Aycan. Dies erfordere die Beweislage. Die Familie des Mädchens wolle, dass Marco für seine Tat bezahle, sagte Aycan.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erfreut über die Freilassung von Marco W. aus türkischer Untersuchungshaft geäußert. "Ich glaube, mit ihm freuen sich viele Menschen in Deutschland", fügte sie nach dem EU-Gipfel am Freitag in Brüssel hinzu. Es sei gut, dass Marco nun zu seiner Familie könne. Ähnlich äußerte sich Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU).
Außerdem sagte er: "Die Haftverschonung war überfällig, denn die Dauer der Untersuchungshaft ist unverhältnismäßig." Die nächsten Monate müssten genutzt werden, um zu entscheiden, ob der Prozess in Deutschland fortgeführt werden könne. "Wir hoffen auf ein faires und schnelles Verfahren.", so Wulff. Politik dürfe sich nicht in Angelegenheiten der Justiz einmischen, sagte er.
Erleichterung und Freude in Deutschland
Auch in Marcos Heimatort Uelzen herrscht Erleichterung über die Entscheidung des Gerichtes. Der Bürgermeister Otto Lukat sagte: "Das ist ein ganz wunderbares Ergebnis für Marco und für seine Familie. Die ganze Familie kann jetzt gemeinsam Weihnachten feiern. Auf Marcos Freilassung haben alle Uelzener seit acht Monaten gewartet." Mitschüler, Freunde und Verwandte organisierten Solidaritätsaktionen für den 17-Jährigen.
Dessen Verteidigung hatte sich bereits vor der heutigen Anhörung zuversichtlich geäußert. "Wir hoffen, Marco am Nachmittag aus der U-Haft zu holen", sagte der Anwalt des Schülers, Matthias Waldraff.
Marco W. befand sich seit 11. April in Haft. Er hat die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs zurückgewiesen und erklärt, es sei in gegenseitigem Einvernehmen zu Zärtlichkeiten gekommen. Außerdem habe das Mädchen ihr wahres Alter verschwiegen und vorgegeben, 15 Jahre alt zu sein.
Mehrere Haftbeschwerden der Anwälte des Jugendlichen hatte das Strafgericht in Antalya in den vergangenen Monaten abgewiesen. Die lange Dauer der Untersuchungshaft wurde von Experten als besonders hartes Vorgehen der türkischen Justiz kritisiert.
Zuletzt hatte sich EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn eingeschaltet und erklärt, die EU-Kommission verfolge den Fall genau. Dabei werde besonders auf die Einhaltung der Menschenrechte geachtet.
Die Bundesregierung erwog zudem, eine Klage gegen die lange Untersuchungshaft vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg zu unterstützen. Dies hatten Marcos Anwälte in Erwägung gezogen.
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![]() 17.12.2007 11:25:53 RobertOstermeier: Wir haben unseren Marco und Herr öger wieder seine Türkeiurlauber! Hoffentlich wir jemals wirklich geklärt, was passiert ist! ![]()
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