Weil sie in ihrer Show mit einer Dornenkrone auf dem Kopf am Kreuz hängt, fordern höchste Würdenträger im Vatikan Madonnas Ausschluss aus der katholischen Kirche. Die Popqueen lässt sich nicht beirren und übt sich derweil in Nächstenliebe.
Bild vergrößern
Wie in einer schwarzen Messe, sagt Kardial Ersilio Tonino. Foto: AP
Ausgerechnet am Sonntag in Rom wird sie es schon wieder tun. Madonna ist gerade auf Welttournee und zieht sich mit ihrer Show den Ärger der katholischen Kirche zu. Vor 75.000 Italienern wird sie in zwei Tagen an einem Kreuz aus Spiegeln hängen und dabei wie einst Jesus Christus eine Dornenkrone tragen. Für 47-Jährige sei dieser Moment der "Grundstein" ihres Programms, meldet der britische Mirror.
Doch der Vatikan hat dafür wenig übrig. Die Show sei Blasphemie und entweihe das Kreuz Jesu, sagt Kardinal Ersilio Tonini und weiß dabei Papst Benedikt hinter sich.
Der 86-Jährige ehemalige Erzbischof von Ravenna, der wegen seines Sanftmutes als "Mutter Theresa der Kardinäle" bezeichnet wird, fordert nun den Ausschluss der amerikanischen Sängerin aus der katholischen Kirche. "Satanisten benutzen auch heilige Objekte in ihren schwarzen Messen. Sie folgt ihnen nach," sagte der wütende Kardinal dem Mirror.
Madonna, katholisch? Folgt sie nicht der jüdischen Mystik-Lehre? Richtig ist, dass Madonna katholisch getauft und erzogen wurde, sich aber seit Ende der Neunziger der jüdischen Kabbala-Bewegung angeschlossen hat. Aus der katholischen Kirche ist sie aber formal nie ausgetreten.
Bild vergrößern
Das "Material Girl" trägt heute Dornenkrone. Foto: AP
In diesen Tagen kontert Madonna die Anwürfe des Vatikans mit großzügiger Nächstenliebe. Die Sängerin will afrikanischen Waisenkindern mit mehreren Millionen US-Dollar helfen. Sie suche schon seit Jahren nach einem "großen Projekt, in das ich mich richtig festbeißen kann", sagte Madonna dem US-Nachrichtenmagazin Time.
Seit sie selbst Kinder habe, habe sich ihre Sicht der Dinge verändert, und "ich fühle mich verantwortlich für die Kinder dieser Welt", sagte Madonna. Und damit liegt sie offenbar im Einklang mit ihrer Religionsgemeinschaft. "Einer der wichtigsten Grundsätze der Kabbala ist, dass wir auf diese Erde gebracht werden, um Menschen zu helfen".
Drei Millionen US-Dollar (etwa 2,4 Millionen Euro) will die Popqueen an Spendengeldern einwerben. Zudem will sie selbst eine Million geben,
um einen Dokumentarfilm über die Not von Waisenkindern in Malawi zu
finanzieren. Weiter plant Madonna gemeinsam mit dem Direktor des
UN-Millennium-Programms, Jeffrey Sachs, ein Projekt zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Anbaumethoden und der Gesundheitsfürsorge in einem malawischen Dorf.

Die Bosse der Bosse
Freudsche Finger
Bunt als Lebensgefühl
Koks im Tiefkühl-Hai
Obdachlos im Golden State
Die meistgesuchten Personen Deutschlands