Die Berichte über Gewalttaten in Mexiko erreichen immer neue Dimensionen: Wieder werden Leichen gefunden, ein Polizeichef stirbt – und Entführer töten ein Kind grausam.

Eine mexikanische Entführerbande hat ihr fünf Jahre altes Opfer auf grausame Weise getötet: Die Kidnapper spritzten dem Jungen Säure, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Die Entführer wollten demnach zunächst ein Lösegeld in Höhe von umgerechnet 18.500 Euro für das Kind verlangen. Als sie bemerkten, dass nach ihnen gesucht wurde, töteten sie das Kind jedoch aus Angst entdeckt zu werden.

Die vier Entführer wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft später mit Hilfe eines Taxifahrers festgenommen. Er hatte einen von ihnen gemeinsam mit dem Jungen in einem Vorort von Mexiko-Stadt aufgenommen und die Polizei alarmiert, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

In Mexiko wurden zwischen Januar und Ende September bereits 651 Entführungen registriert. Die Dunkelziffer ist nach Expertenangaben noch viel höher, da zahlreiche Familien Verschleppungen nicht melden, sondern selbst mit den Entführern verhandeln.

Mexiko erlebt eine extreme Gewaltwelle. Dem Kampf gegen die organisierte Kriminalität ist nun auch erneut ein hoher Beamter zum Opfer gefallen. Der Polizeichef des mexikanischen Staates Sonora, Juan Manuel Pavon Felix, wurde in der Grenzstadt Nogales erschossen. Die Täter durchsiebten ihn mit Kugeln, als er am Sonntagabend zusammen mit einem Leibwächter ein Hotel der Stadt betrat, wie die Behörden am Montag mitteilten.

Zuvor habe Pavon neue Anweisungen für die Polizeiarbeit in Nogales erteilt, sagte ein Polizeisprecher. Nogales liegt südlich von Tucson im US-Staat Arizona.

Unterdessen bargen Polizisten in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana sechs Leichen in einem Gemüse-Lager. In dem Gebäude wurden mehr als 100 Geschosshülsen gefunden. Die an der Grenze zum US-Staat Kalifornien gelegene Stadt ist seit Monaten ein Brennpunkt der Drogenkriminalität. Der mexikanische Präsident Felipe Calderón hat den Kampf gegen das organisierte Verbrechen zum Schwerpunkt seiner Innenpolitik erklärt und mehrere tausend Polizisten und Soldaten dafür abgestellt.

(AP/AFP/grc)