Die Hilfe kommt nicht an, Seuchen drohen - Birma versinkt im Chaos. Zwei Wochen nach dem verheerenden Zyklon "Nargis" könnte die Zahl der Todesopfer in Birma nach Einschätzung des Roten Kreuzes auf bis zu 128.000 steigen.

Knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Wirbelsturm "Nargis" werden die Außmaße der Katastrophe immer deutlicher sichtbar. Nach Einschätzung des Roten Kreuzes könnte die Zahl der Todesopfer auf bis zu 128.000 steigen. Bisher war man davon ausgegangen, dass der Zyklon rund 60.000 Tote oder Vermisste in dem südostasiatischen Land hinterließ. Bis zu zwei Millionen Menschen sind teils obdachlos und haben kaum mehr Nahrungsmittel oder Zugang zu frischem Wasser.

Das verzweifelte internationale Ringen um die Versorgung der Opfer der Unwetterkatastrophe geht derweil weiter. Zudem droht den Millionen Obdachlosen ein weiterer Zyklon. Die Vereinten Nationen warnten am Mittwoch eindringlich vor einer "zweiten Todeswelle", wenn die Hilfe für die Menschen im Irrawaddy-Delta nicht in großem Stil beginnen könne. Die Militärjunta will keine Hilfe von ausländischen Experten in größerem Umfang annehmen.

UN-Sprecherin Amanda Pitt sagte in Bangkok, der neue Zyklon bilde sich derzeit nordwestlich des Fluss-Deltas. Die beobachtete Wetterfront habe das Potenzial, sich in den nächsten 24 Stunden zu einem bedeutenden tropischen Zyklon zu entwickeln, erklärte das US-Zentrum für Taifunbeobachtung, das mit den Vereinten Nationen zusammenarbeitet.

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Die wegen der Verweigerungshaltung der Militärjunta nur schleppend anlaufende Hilfe für bis zu zwei Millionen Menschen in der Region könnte durch einen neuen Wirbelsturm vollends zunichte gemacht werden, warnte UN-Sprecherin Pitt.

Thailändisches Team darf in Katastrophengebiet reisen

Die meisten Quellen, Flüsse und Kanäle sind mit mit Leichen und Tierkadavern übersät. Das Wasser ist kontaminiert, damit droht der Ausbruch von Krankheiten und Seuchen.Ausländische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen werden von der Junta immer noch nicht wirklich ins Katastrophengebiet vorgelassen.

Eine Gesandte des Internationalen Roten Kreuzes durfte sich jedoch ein Bild von der Lage vor Ort machen. Das thailändische Gesundheitsministerium erklärte, ein thailändisches Mediziner-Team habe die Erlaubnis erhalten, ins besonders schwer getroffene Irrawaddy-Delta zu reisen. Das Team soll am Freitag die Arbeit aufnehmen. Es wären die ersten ausländischen Helfer, die Zugang zu der Region erhielten.

Wegen der Blockadehaltung der Militärjunta bei den Hilfseinsätzen hofft die Bundesregierung auf chinesische Unterstützung. Nach einem Bericht der Saarbrücker Zeitung sondiert sie intensiv bei der chinesischen Regierung, um mit ihrer Unterstützung deutsche Hilfsgüter und Helfer in das von dem Zyklon "Nargis" zerstörte Katastrophengebiet zu bringen. Das Bundesaußenministerium bestätigte ein Telefonat Steinmeiers mit seinem chinesischen Kollegen Yang Jiechi.

Birma stimmte unterdessen zu, an einer Krisensitzung der Südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean teilzunehmen. Aus Diplomatenkreisen auf den Philippinen verlautete, das Treffen solle am Montag in Singapur stattfinden.

(AP/woja)

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