Nach Berichten über die Misshandlung eines Häftlings durch Wachpersonal
ist es in griechischen Gefängnissen zu Unruhen gekommen – die Proteste der Inhaftierten weiteten sich zeitweilig auf zehn Gefängnisse aus.
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Gefangene verbrennen Kleidung am Fenster ihrer Zelle im HochsicherheitsgefängnisKorydallos. Foto: dpa
In mehreren griechischen Gefängnissen haben am Dienstag Häftlinge gegen die Haftbedingungen protestiert. Im Hochsicherheitsgefängnis Korydallos in der Nähe von Athen setzte die Polizei massiv Tränengas sowie Blendgranaten ein, um rund ein Dutzend Gefangene daran zu hindern, die äußere Mauer des Gefängnisses zu erreichen
Zuvor hatten sich die Insassen des Hochsicherheitsgefängnisses mehrere Stunden geweigert, in ihre Zellen zurückzukehren. Die Unruhen breiteten sich auf mindestens zehn Gefängnisse aus.
„Wir haben die Lage hier in Piräus unter Kontrolle gebracht“, sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstagabend im staatlichen griechischen Fernsehen (NET) nach dem Einsatz in Korydallos.
Alle Gefangene seien in ihren Zellen zurückgekehrt, hieß es. Sondereinheiten der Polizei waren auch in den Gefängnissen der westgriechischen Stadt Patras sowie auf der Insel Korfu, in Thessaloniki und den mittelgriechischen Städten Larissa und Trikala im Einsatz. „Wir werden alles tun, um die Ordnung in den Gefängnissen wieder herzustellen“, sagte am Dienstagabend der griechische Justizminister Anastassios Papaligouras.
Auch in anderen Gefängnissen soll sich die Lage nach Berichten örtlicher Sender mittlerweile beruhigt haben.
Die Proteste begannen bereits zwei Tage zuvor im Gefängnis der mittelgriechischen Kleinstadt Malandrino und breiteten sich am Dienstag aus. Die Häftlinge traten dort in einen Hungerstreik und weigerten sich, in ihre Zellen zurückzukehren. Auslöser des Ausstandes war nach Aussage der Häftlinge ein Streit zwischen einem Wärter und einem Gefangenen, bei dem der Insasse verprügelt worden sei. Die Häftlinge fordern eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. In Malandrino sitzen rund 450 Verbrecher ein, mehrheitlich verbüßen sie mehrjährige oder lebenslange Haftstrafen.
In Piräus sitzen mehrere Mitglieder der 2003 zerschlagenen Terrororganisation 17. November. Diese Häftlinge nahmen jedoch nach Medienberichten nicht an den Protestaktionen teil. Vertreter des griechischen Justizministeriums versuchten am Dienstagabend, die Häftlinge in Malandrino zu beruhigen und zu überreden, in ihre Zellen zurückzugehen.
Die griechischen Gefängnisse sind überfüllt. In vielen Fällen sitzen doppelt so viele Gefangene in den Zellen, wie es in den Gefängnisplänen vorgesehen ist, berichteten griechische Medien.


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