Eine Million Menschen auf der Flucht

    Brandkatastrophe in Kalifornien

    24.10.2007, 17:34

    Die schlimmsten Feuer in der Geschichte Kaliforniens haben bislang fast eine Million Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Die Hilfskräfte sind machtlos.

    Flucht vor den Flammen: Zivilisten verlassen ihr vom Feuer bedrohtes ZuhauseGrossbild

    Fast eine Million Menschen sind bis zum Mittwoch vor den Großbränden in Kalifornien geflohen. (Foto: dpa)

    Das Inferno im Süden Kaliforniens wütet unvermindert weiter und hat bis zum Mittwoch fast eine Million Menschen in die Flucht getrieben. 7000 Feuerwehrleute kämpften am Rande der Erschöpfung gegen 19 Brandherde, berichtete der Fernsehsender CNN. "Wir sind völlig am Ende, aber es bleibt keine Zeit sich auszuruhen", sagte ein Feuerwehrmann dem Sender.

    Die größten Feuer in der Geschichte Kaliforniens brannten zunächst eine Fläche von 1700 Quadratkilometern nieder - das entspricht ungefähr einem Gebiet von der doppelten Größe Berlins.

    US-Medienberichten zufolge kamen bis Mittwoch mindesten fünf Menschen ums Leben, 70 seien verletzt worden - darunter auch mehrere Feuerwehrleute. Vielerorts fraßen sich die Brände weiter in rasender Geschwindigkeit durch die trockenen Wälder und griffen von dort auf Wohnsiedlungen über. Die Los Angeles Times berichtete, dass 1155 Häuser niederbrannten. "Es war wie Armageddon, es sah aus wie das Ende der Welt", sagte ein Feuerwehrmann. Auf die Frage, ob es genügend Kapazitäten gibt, antwortete ein Helfer: "Nein, in der Tat nicht."

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    Bildstrecke Verheerendes Feuer in Kalifornien Rahmen
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    Eine Anwohnerin sagte: "Es ist verrückt, wir sind von beiden Seiten von Feuer umgeben." Allein im Bezirk San Diego wurden mehr als eine halbe Million Menschen aufgefordert, Schutz in Notunterkünften zu suchen. Manche Betroffenen mussten ihre Häuser mitten in der Nacht verlassen. "Meine Frau hat mich um Mitternacht geweckt, sie schrie, die Flammen kommen", sagte ein Mann, der sich mit seiner Familie ins Qualcomm-Sportstadion in San Diego gerettet hatte.

    Etwa 12.000 Menschen strömten in das Stadion, viele von ihnen mit Schutzmasken gegen den feinen Aschenstaub. Dort bauten die Behörden ein Lager mit Matratzen, Decken und Lebensmitteln auf. "Anders als bei früheren Katastrophen haben wir hier dafür gesorgt, dass die Leute vor Ort, der Staat und die Bundesbehörden ganz schnell handeln", sagte Gouverneur Arnold Schwarzenegger.

    Meteorologen zufolge gab es einen Hoffnungsschimmer: Die starken Winde, die das Flammenmeer immer wieder angefacht hatten, sollten in den nächsten Tagen etwas abflauen. US-Präsident George W. Bush will das Brandgebiet am Donnerstag besuchen. Am Mittwoch berief er sein Kabinett zu einer Sondersitzung ein, um über die Lage und Hilfen zu beraten.

    Auch in Malibu kämpften Feuerwehrleute weiter gegen Flammen. In dem Prominentenort, in dem viele Hollywood-Stars wohnen, brannten zahlreiche Häuser völlig aus. Auch Showmaster Thomas Gottschalk hielt sich nach Angaben seines Managements in seinem Haus in Malibu auf, das jedoch nicht in Gefahr sei.

    (dpa/cag)

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    Leserkommentare (42)



    25.10.2007 10:22:07

    anderwandlang: fürmehrcourage!: es ist einfach und komplex zugleich

    Einer schreibt hier über SUVs. O.k. leidiges Thema - Umweltverchmutzung u.s.w. u.s.w.

    Wer weiss etwas zu den Beweggründen, warum es "Menschen" gibt, die sich so ein Ding zulegen? fürmehrcourage! bitte nenne sie mir einige.

    Es ist doch nicht so, dass wir uns kaputtlachen, wenn einer in Flammen steht. Da wird so gut es geht geholfen. Gut: ich wurde einmal im Iran von verrückten Europäern überholt auf Schotterstrasse. 20 km weiter lag dann dieses Fahrzeug neben der Böschung. Einheimische waren bereits vor Ort. So. Was tun, hier in Deutschland ist es Pflicht, zu helfen, welche Ursache auch immer zu dem Unfall geführt hat. Was will ich damit sagen:

    Menschen ziehen sich von "Menschen" zurück, die guten Rat arrogant nicht folgen. Und wenn ein Bergler Städter inständig anfleht, mit der Ausrüstung und einer absehbaren Erfahrung an diesem Tag nicht weiter aufzusteigen, und er diese dann Tage später mit Rettungstrupp tot bergen muss: ist jetzt der Bergler ein Menschenverachter gewesen. Hätte er sich den Leuten in den Weg werfen sollen? Was will damit gesagt sein?

    Selbstredend wird es Naturkatastrophen immer geben, das ist die Erde. Jedoch: ich behaupte, es wird immer mehr Wesen nicht geholfen werden, weil diesen nicht geholfen werden kann. Ein Trinker, der Sucht schwer verfallen, hat bereits auf dem Weg dorthin an Aufmerksamkeit fehlen lassen. Irgendwann wird er seinem Schicksal überlassen und da hilft dann kein Arzt mehr, es geht zum frühzeitigem Sterben. Ist das jetzt Schicksal, Nachlässigkeit, Hilflosigkeit, Hass, wenn so einem Mensch nicht geholfen werden kann?

    Ne, ne, es erfüllt mich mit Trauer, wenn mir bewusst ist, was da so auf Erden, auf dieser wunderschönen Erde so alles Unmögliche kreiert wird.

    Zu guter Letzt: sind sie Vegetarier aus Tierliebe, oder schlagen sie ihre Zähne voller Wonne in ein Schnitzel, vergessend, dass Tiere industriell verwertet werden? In diesem Sinne.


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