Weil er sich auf einer Party vor einem Freund auf den Boden geworfen hat, ist ein junger Mann zu einer drakonischen Strafe verurteilt worden. Denn: Niederknien dürfen Muslime nur vor Gott.

Ein Gericht in Saudi-Arabien hat einen jungen Mann zu 500 Peitschenhieben und sechs Monaten Haft verurteilt, weil er sich bei einer Party vor einem Freund auf den Boden geworfen hat.

Zur Begründung hieß es, Muslime dürften nur vor Gott niederknien.

Wie die saudiarabische Zeitung Al-Watan berichtete, hatte sich der junge Mann bei einer Feier mit Musik in einem Rasthaus nahe der Stadt Hail vor seinem Freund so auf den Boden geworfen, wie es die Muslime beim Gebet tun.

Ein Bekannter nahm ihn dabei mit der Kamera seines Mobiltelefones auf. Die Bilder tauchten später im Internet auf und wurden per Handy verschickt.

Die öffentliche Auspeitschung soll nach Angaben des Gerichts in Hail in mehreren Etappen und an verschiedenen Orten erfolgen. In Saudi-Arabien urteilen die Richter nach dem islamischen Recht („Scharia“).

In dem Königreich ist der Wahabismus, eine puritanische Interpretion des sunnitischen Islam, Staatsreligion.

(dpa)