Die Flut hat in Dresden ihren Höhepunkt erreicht - die Helfer kämpfen nun hauptsächlich um die aufgeweichten Deiche elbabwärts bei Meißen. In Nordbayern ertrank derweil ein 86-Jähriger in einem Hochwasser führenden Fluss.

Im Dresdner Stadtzentrum kontrollieren Mitarbeiter der Sächsischen Dampfschiffahrt die am Terrassenufer vor Anker liegenden Schiffe. (Foto: dpa)

Das Hochwasser an der oberen Elbe hat offenbar seinen Höhepunkt erreicht. Das Landeshochwasserzentrum in Dresden nannte am Dienstag konstante Werte und geht auch für die nächsten Tage von einer gleich bleibenden Lage aus.

Die Neun-Meter-Marke wird nach den Prognosen nicht überschritten. Behördensprecherin Karin Bernhardt nannte für Schöna an der Grenze zu Tschechien einen Pegel von 8,88 Metern um 11 Uhr. Auch am frühen Morgen um 07.00 Uhr war es der gleiche Wert. In Dresden sank der Pegel sogar um einen
Zentimeter.

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Gefahr aus Böhmen

Trotzdem gab Ministerpräsident Georg Milbradt keine Entwarnung. „Es ist keine Entspannung absehbar, weil die Wasserzuflüsse aus Böhmen noch anhalten“, sagte der CDU-Politiker. Die Hochwasserbilder in diesem Jahr seien aber nicht mit der Lage von vor vier Jahren zu vergleichen.

Die weitere Situation hänge von der Entwicklung im böhmischen Becken und von den dortigen Flüssen Eger und Moldau ab. 90 Prozent dieses Wassers würden über die Elbe abfließen, sagte Milbradt.

Nach seinen Angaben geht es nun hauptsächlich darum, die aufgeweichten Deiche an der Elbe unterhalb von Dresden zu verteidigen. Das betreffe hauptsächlich die Landkreise Meißen und Riesa-Großenhain.

Umweltminister Stanislaw Tillich betonte, dass ab Dienstagnachmittag die Dämme an der Elbe auf einer Länge von 120 Kilometern rund um die Uhr überwacht werden. Milbradt sicherte den vom Hochwasser betroffenen Menschen Unterstützung zu: „Jedem, der in existenzielle Not geraten ist, wird geholfen.“

"Keiner will die Sprengung der Sächsischen Schweiz"

Derzeit werde geprüft, ob die im Jahre 2002 während der damaligen Flutkatastrophe gesammelten Spenden für Flutopfer in diesem Jahr verwendet werden könnten. Der Regierungschef nannte eine Summe von mehreren Millionen Euro.

Impression aus Dresden. (Foto: dpa)

Tillich wies die Kritik von Umweltschutzverbänden zurück, wonach nicht genügend Überschwemmungsgebiete nach der Katastrophe im Jahre 2002 ausgewiesen worden seien. Mit Blick auf das enge von Felsen umgebene Tal im oberen Verlauf der Elbe sagte Tillich: „Keiner will die Sprengung der Sächsischen Schweiz oder die Zersiedelung von Meißen.“

Behördensprecherin Bernhardt sagte, dass es einen schnellen Rückgang der Flut auf jeden Fall nicht geben werde. „Es bildet sich der lang gestreckte Hochwasserscheitel wie prognostiziert“, sagte sie.

Torgau meldet 7,97 Meter

Den Angaben zufolge blieb der Pegel in Schöna an der Grenze zu Tschechien seit Montag 22.00 Uhr stabil bei 8,88 Metern. Der Pegel in Dresden stand seit 04.00 Uhr bei 7,49 Metern. Torgau meldete demnach 7,97 Meter.

Im tschechischen Usti nad Labem (Aussig) wurde am Vortag 8,85 Meter gemessen. Bernhardt zufolge hatten die tschechischen Behörden dies als Scheitelpunkt bezeichnet. Es sei aber noch nicht klar, wann das Wasser nun auch tatsächlich zurückgehen werde.

Experten erwarten, dass das Wasser in den kommenden Tagen nicht zurückgeht. In Nordbayern ertrank derweil ein 86-Jähriger in einem Hochwasser führenden Fluss.

(AP)

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