Der weltweit mächtigste Kokainhändler Juan Carlos Ramírez Abadía soll an die USA ausgeliefert werden. Unter einer Bedingung: Höchstens 30 Jahre Gefängnis.
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Juan Carlos Ramírez Abadía, der mutmaßlich mächtigste Kokainhändler der Welt. Foto: AFP
Brasilien will den mutmaßlich mächtigsten Kokainhändler der Welt, den Kolumbianer Juan Carlos Ramírez Abadía, an die USA ausliefern. Das entschied das Oberste Gericht des südamerikanischen Landes (STF) am Donnerstagabend (Ortszeit) in Brasília.
Alle elf Richter stimmten nach Medienberichten für die Auslieferung. Die USA müssten sich vor der Auslieferung jedoch dazu verpflichten, Abadía schlimmstenfalls zu der in Brasilien geltenden Höchststrafe von 30 Jahren Freiheitsentzug zu verurteilen, hieß es. Abadía soll unter anderem die Ermordung mehrerer Konkurrenten in Auftrag gegeben und in Kolumbien und den USA insgesamt mehr als 300 Menschenleben auf dem Gewissen haben.
Der 44-jährige Abadía war im August vergangenen Jahres in einer Luxuswohnung der brasilianischen Wirtschaftsmetropole São Paulo gefasst worden. Im Oktober stellte Washington einen Auslieferungsantrag. Ein Veto gegen die Auslieferung könne jetzt nur noch Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva einlegen, betonte ein Gerichtssprecher.
Der kolumbianische Drogenboss war unter dem Rufnamen "Chupeta" (Schnuller) bekannt und unter anderem auch von der US-Antidrogenbehörde DEA gesucht worden. Er gilt als Chef des zur Zeit größten kolumbianischen Kokainkartells, des "Cartel Valle do Norte".
Abadía wird unter anderem des mehrfachen Mordes und der Geldwäsche beschuldigt. Sein Vermögen wird von der DEA auf 1,8 Milliarden Dollar (1,15 Milliarden Euro) geschätzt. Für Hinweise, die zu seiner Verhaftung führten, hatte die DEA fünf Millionen Dollar ausgesetzt.
Nach Erkenntnissen der US-Polizei war der aus Cali stammende Abadía seit 1986 als Drogenhändler tätig. In den 90er Jahren soll seine Organisation über Mexiko Dutzende Tonnen Kokain in die USA gebracht haben. In Kolumbien wurde er zweimal verhaftet. Zwischen 1996 und 2000 saß er in seinem Heimatland hinter Gittern. Kolumbien wies aber zwei Auslieferungsanträge der USA zurück.
Abadías Kartell "Valle do Norte" hat in Kolumbien in den 90er Jahren den Platz der zerschlagenen Kartelle "Cartel de Cali" der Brüder Gilberto und Miguel Rodriguez Orejuela und "Cartel de Medellín" des 1993 von der Polizei getöteten Pablo Escobar eingenommen.
(dpa/cag/maru)




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