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Pilot übernahm schon beim Anflug
Beinahe-Crash von Hamburg
05.03.2008, 13:41
"Der Kapitän und die Ko-Pilotin waren ein Team", äußert sich die Lufthansa zum Beinahe-Crash in Hamburg. (Foto: dpa)
Während der Sturmlandung eines Airbus auf dem Hamburger Flughafen am vergangenen Samstag hat der Kapitän bereits während des ersten Landeversuchs das Steuer von der Ko-Pilotin übernommen. Das hat die Lufthansa am Mittwoch mitgeteilt.
Wegen der starken Windböe sei eine neue Situation entstanden, und es habe daraufhin in Sekundenbruchteilen einen Rollenwechsel gegeben, sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty. Das sei normal und entspreche den Regeln, wonach der Kapitän zu jedem Zeitpunkt das Steuer übernehmen könne und gegebenenfalls auch müsse. Lamberty betonte, beide Piloten seien mit voller Konzentration geflogen. "Es zählt die Teamleistung."
Der Lufthansa-Airbus war kurz vor dem Aufsetzen von einer starken Windböe erfasst worden und hatte mit einem Flügel den Boden berührt. Danach startete die Besatzung durch und landete in einem zweiten Versuch sicher.
Zu Einzelheiten äußerte sich der Sprecher nicht. Dazu müsse die Untersuchung der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) abgewartet werden. Die Auswertung der beiden Flugschreiber durch die BFU ergab, dass die Ko-Pilotion zunächst bei sehr starkem Seitenwind das Steuer führte. Nachdem der linke Flügel den Boden berührte, habe der Pilot übernommen.
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Nach Einschätzung der Vereinigung Cockpit sind für den Beinahe-Unfall weder die Piloten, noch die Flugsicherung oder der Flughafen verantwortlich zu machen. "Ich sehe nach derzeitigem Kenntnisstand keinen, der eine Schuld hat", sagte deren Sprecher Markus Kirschneck. Damit wies er Spekulationen zurück, die Piloten hätten beim ersten Versuch die falsche Landebahn genutzt.
Nach Einschätzung Kirschnecks waren alle Bedingungen für den Landeanflug in Ordnung. Die angeflogene Landebahn 23 verfüge zudem über ein Instrumentenanflugsystem, das gerade bei starken Winden für eine Landung von Vorteil sei. Daher gebe es keine Anzeichen, warum die Bahn nicht hätte genutzt werden sollen. Allerdings würde er eine Diskussion unter den Fachleuten befürworten, wie grundsätzlich mit starken Winden umgegangen werde. "Das war knapp, aber es ist gutgegangen", sagte Kirschneck.
Nicht in der Verantwortung sieht sich die Deutsche Flugsicherung (DFS). "Der Pilot hatte die Wahl zwischen beiden Bahnen", bekräftigte DFS-Sprecher Axel Raab am Dienstag in Langen. Zwar sei die von dem Piloten genutzte Landebahn 23 zum Zeitpunkt des Vorfalls die Standardlandebahn gewesen. Mündlich sei dem Piloten aber auch die Nutzung der Landebahn 33 angeboten worden.
Nach Angaben der DFS waren zum Zeitpunkt des Landeversuchs die Seitenwindverhältnisse auf beiden Bahnen gleich. Darum habe es auch keinen Anlass gegeben, die Landebahn 33 als Standardlandebahn auszuweisen. Den Angaben zufolge herrschten Seitenwinde von etwa 45 Kilometern pro Stunde. Der Airbus A320 sei für Landungen bei Seitenwinden bis zu 55 Knoten zugelassen.
Der Hamburger Flughafen wies Kritik am Informationsverhalten nach dem spektakulären Durchstarten zurück. Die zuständigen Behörden seien noch am Samstag unterrichtet worden, sagte eine Flughafensprecherin am Dienstag. "Wir haben die Wirtschaftsbehörde informiert." Dort sind in der Hansestadt die für den Luftverkehr zuständigen Referate angesiedelt. Die Innenbehörde hatte sich am Montag verwundert über fehlende Informationen zu dem Vorfall gezeigt.
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![]() 15.05.2008 13:19:57 oildrum: Beinahe Crash von Hamburg ist aufgeklärt aber noch nicht bewertet. bfu-web.de/cln_009/nn_41542/DE/Publikationen/Bulletins/2008/Bulletin2008-03,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Bulletin2008-03.pdf Die Maschine war nur für eine Seitenwindkomponente von 30 Knoten zugelassen, getestet waren 38 Knoten. Die Vorhersage der Lotsin sprach von 300° Windrichtung und 47 Knoten Spitzengeschwindigkeiten. Die Seitenwindkomponente lag also selbst bei großzügigster Auslegung weit über der getesteten Landefägigkeit! Man studiere die Grafiken. ![]()
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