Militante Umweltschützer terrorisieren in Berlin die Autofahrer. Sie haben es auf Modelle mit hohem Benzinverbrauch abgesehen - und fackeln wegen dem Klimaschutz schon mal Luxusautos ab.
Abgefackeltes Auto in Berlin, Stadtteil Wedding. Foto:
Autofahrer sind in Berlin nicht zu beneiden. Verstopfte Straßen, kaum Parkplätze, Halteverbote. Dazu kommt nun die Angst um den Wagen. Nachdem bereits das ganze Jahr über Feuerteufel in Berlin Fahrzeuge abfackelten, haben nun auch noch militante Umweltschützer das liebste Kind der Deutschen als Zielscheibe für ihre Aktionen entdeckt.
Dass in Berlin Autos brennen, ist an sich nichts Neues, 2006 gingen 35 Fahrzeuge in Flammen auf, etwa drei pro Monat. Doch dieses Jahr haben die Brandanschläge in der Hauptstadt eine Dimension erreicht, die über das übliche Maß hinausgeht. Bis heute sind in Berlin 80 Autos Ziele von Brandstiftern geworden. Im Schnitt brennt jeden zweiten oder dritten Tag ein Auto.
Vor allem auf teure Fahrzeuge haben es die Täter abgesehen. Mehr als ein Viertel der angezündeten Wagen sind Mercedes-Modelle, auch ein Porsche, eine Corvette und ein Jaguar wurden bereits angezündet. Es sind auffallend häufig Limousinen, Gelände- oder Sportwagen, die in Flammen aufgehen.
Die Zündelserie lässt sich auch im Internet verfolgen. Die Seite www.brennende-autos.de informiert mithilfe einer Satellitenkarte über die Tatorte. Ein Blick auf die Seite macht klar: Die Brandstiftungen konzentrieren sich auf Kreuzberg und Friedrichshain. Für den Website-Betreiber Uwe Frers ein Indiz dafür, dass die Anschläge politisch motiviert sind: "Es ist doch schon seltsam, wenn nur in den beiden Bezirken die Autos brennen, die traditionell als links gelten."
Frers sieht seine Seite als "Informationsdienst am Bürger", er distanziert sich ausdrücklich von jeglicher Form der Gewalt. Seit dem Start der Website im Mai haben 20.000 Besucher von diesem Angebot Gebrauch gemacht.
Einem ähnlichen Verdacht wie Frers hegt auch die Berliner Polizei. Deswegen wurde bereits der Staatsschutz eingeschaltet, der seine Ermittlungen vor allem auf linksautonome Kreise konzentriert. Ein Indiz für eine politische Motivation der Straftaten ist vor allem ihre Häufung um den G8-Gipfel im Juni.
Polizeisprecherin Miriam Tauchmann sagt: "Um diese Zeit herum haben wir eine Zunahme der Brandstiftungen festgestellt, offensichtlich gab es da einen Zusammenhang." Dass der letzte dieser Anschläge vor etwa zwei Wochen stattfand, unterstütze diese Annahme. Die Berliner Behörden haben noch eine weitere politische Gruppe im Visier: die in Deutschland verbotene kurdische Arbeiterpartei.
Lesen Sie weiter auf Seite 2, warum neben den linkautonomen Kreisen auch die PKK verdächtigt wird.
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