Der zweite Amoklauf innerhalb eines Jahres schockiert Finnland: Der Schütze tötete neun Menschen, danach schoss er sich in den Kopf. Nur einen Tag vor der Bluttat verhörte ihn ein Polizist - und ließ ihn seine Waffe behalten.
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Der Amokläufer kündigte die Schießerei an - und überlebte seine Tat schwerverletzt. Foto: dpa
Ein Amokschütze hat am Dienstag in einer finnischen Berufsschule neun Menschen getötet. Der Täter habe danach auf sich selbst geschossen, lebe aber und sei in ein Krankenhaus gebracht worden, teilten die Behörden mit.
Der Fall weckte Erinnerungen an einen Amoklauf im vergangenen November in Jokela, bei dem ein Schüler acht Menschen und schließlich sich selbst tötete.
Besonders schockierend: Einen Tag vor dem blutigen Amoklauf an der Berufsschule hat die Polizei den Täter wegen eines Videos auf YouTube verhört, ihm die Waffenlizenz aber nicht entzogen. Das in dem Internetportal veröffentlichte Video zeige den Amokschützen bei Schießübungen, daraufhin habe ein Polizist am Montag mit ihm gesprochen, wie Innenministerin Anne Holmlund nach dem Amoklauf mitteilte.
Nach ihren Angaben besaß der Mann einen vorläufigen Waffenschein für eine Schusswaffe des Kalibers 22. Nach dem Gespräch sah der Polizist laut Holmlund jedoch keine Veranlassung, Waffe und Waffenschein wieder einzuziehen.
Der Schüler ist am Morgen in das Gebäude seiner Schule in Kauhajoki im Westen Finnlands eingedrungen und hat das Feuer eröffnet, teilte die Polizei mit. Dem Bürgermeister der Stadt, Antti Rantakokko, zufolge schoss der Attentäter zuletzt auf sich selbst. Der Attentäter habe eine automatische Waffe dabeigehabt, als er aufs Schulgelände gekommen sei, sagte Hausmeister Jukka Forsberg.
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"Er hat auch auf mich geschossen, hat nichts gesagt, und als die Kugeln flogen, bin ich um mein Leben gerannt.“ In der Schule brach ein Feuer aus, das jedoch bereits während der Evakuierung gelöscht werden konnte. Die Schule für Tourismus, Hauswirtschaft und Catering hatte 2005 ihrer Internetseite zufolge 140 Schüler und 40 Lehrer.
Es gebe einige Ähnlichkeiten des Amoklaufs mit dem im vergangenen November in Jokela, sagte der Bürgermeister der Kleinstadt unter Hinweis auf im Internet kursierende Video-Aufnahmen.
Der Attentäter von Jokela hatte seinen Amoklauf im Internet angekündigt. Im Profil des Users sind die Worte zu lesen: "Und plötzlich war Krieg und die Mütter schrien: Nach Rache und Vergeltung für einen anderen Krieg."
Das finnische Kabinett trat am Dienstag zu einer Sondersitzung zusammen. Nach dem Amoklauf im vergangenen Jahr hatte die Regierung mehrere Maßnahmen zur Kontrolle des Waffenbesitzes ergriffen.
Internationalen Studien zufolge liegt Finnland beim der Anteil der Waffenbesitzer in der Spitzengruppe. Nur in den USA und dem Jemen ist der Anteil höher.








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