Von Billi Bierling, Kathmandu

Zwölf deutsche Touristen sind bei einem Flugzeugabsturz in Nepal ums Leben gekommen. Der Flughafen galt bereits zuvor aufgrund seiner Landebahn als sehr gefährlich.

Flughafen Lukla

Die verunglückte Maschine nach den Löscharbeiten. (Foto: AFP)

Am Mittwochmorgen wurden 18 Menschen bei einem Flugzeugabsturz in der Everest-Region in Nepal getötet. Unter ihnen befanden sich zwölf Deutsche, zwei Australier und vier Nepalesen. Die deutschen Touristen gehörten einer Reisegruppe des Münchner Veranstalters Hauser Exkursionen an.

"Wir sind über das Unglück sehr bestürzt, jedoch ist das der erste tödliche Unfall seit dem Bau des Flughafens vor 42 Jahren", sagt Ang Tshering Sherpa, der Vorsitzende der Union der Asiatischen Alpinismusvereinigungen (UAAA, Union of Asian Alpine Associations) in Kathmandu. Der Flughafen Lukla, der 1966 von Sir Edmund Hillary, dem Erstbesteiger des Mount Everest, gebaut wurde, gilt wegen seiner kurzen Landebahn von 550 Metern zwischen einer Schlucht und einer steilen Felswand als einer der gefährlichsten Flughäfen der Welt. Die nur 20 Meter breite Bahn neigt sich zudem um zwölf Grad, der Höhenunterschied zwischen beiden Endpunkten beträgt 60 Meter.

Laut Angaben der nepalesischen Flughafenbehörde soll dichter Nebel auf der steilen Landebahn, die auf einer Höhe von 2860 Metern im Himalaja liegt, verursacht haben. "Die Maschine von Yeti Airlines verunglückte beim Landen und fing Feuer", bestätigt Mohan Adhikari von der Flughafenbehörde in Kathmandu. "Der genaue Hergang des Unglücks ist jedoch noch nicht bekannt.“

In der Twin-Otter-Maschine, die die nepalesische Hauptstadt Kathmandu in den frühen Morgenstunden verlassen hatte, befanden sich insgesamt 19 Menschen. Nur der Pilot überlebte den Absturz, er soll laut Augenzeugen aus dem Fenster des brennenden Flugzeugs gesprungen sein. "Sicherheitsbehörden und Einheimische löschten das Feuer innerhalb von zwei Stunden", sagt Augenzeuge Suraj Kunwar. "Hunderte Touristen und Einheimische beobachteten die Bergungsarbeiten, viele brachen unter Tränen zusammen."

Auf dem Flughafen in Kathmandu hingegen war die Stimmung nach der Bekanntgabe des Unglücks zunächst ruhiger. "Zuerst wurde uns gesagt, dass unser Flug wegen schlechten Wetters in Lukla abgesagt wurde", sagt Judy Smith, eine australische Touristin, die auf ihren Flug in die Everest-Region wartete. "Als jedoch gegen acht Uhr unzählige Mobiltelefone klingelten und die Menschen plötzlich sehr bestürzt aussahen, war mir klar, dass etwas Schlimmeres passiert sein musste", so Smith.

Da Twin-Otter-Maschinen keinen Radar benutzen, kommt es oft vor, dass zahlreiche Touristen vergeblich auf Ihre Flüge nach Lukla warten müssen. "Anfang September mussten alle Flüge wegen schlechten Wetters zehn Tage hintereinander abgesagt werden, was ein ziemliches Chaos auf dem Flughafen verursachte", sagt Ang Tshering Sherpa.

Das Unglück ereignete sich an einem der größten nepalesischen Feiertage, Dashain, der auf den Beginn der Touristensaison fällt. Laut Ang Tshering Sherpa fliegen in der Hochsaison täglich bis zu 50 Flugzeuge mit insgesamt bis zu 500 Touristen in die Everest-Region.

Der spektakuläre Flug nach Lukla ist für viele Wanderer der Beginn einer Trekkingtour, die jährlich Tausende Bergbegeisterte zum Basislager des höchsten Berges der Welt führt. Nach Angaben des nepalesischen Touristenbüros besuchten letztes Jahr etwa 27.000 Touristen die Everest-Region.

Die Haupttrekkingzeit findet vor dem Monsun im April und Mai und nach dem Monsun im Oktober und November statt. In der Frühjahrssaison werden außer Tausenden Trekker auch Hunderte Everest-Aspiranten, die den höchsten Berg der Welt von der Südseite in Nepal erklimmen wollen, nach Lukla transportiert.

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(sueddeutsche.de/jüsc)

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Leserkommentare (6)



10.10.2008 10:13:37

flyer50: wingfield

Siehst du, das ist auch der Grund, warum ich nicht nach Chile oder Brasilien fliege, um dort mit meinem Paragleiter aufzusteigen, obwohl es sehr interessant wäre.

Die österreichischen Alpen genügen mir, sie sind gefährlich genug und die eventuelle Rettung aus prekärer Lage funktioniert auch hier, bzw. die Spitäler sind in Österreich um vieles besser.

Ich rechne halt damit, dass etwas Unvorhergesehenes passierrn KÖNNTE!


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