Vor knapp einem Jahr wurde die Drogen- und Sexaffäre des schwer kranken Malers Jörg Immendorff öffentlich. Die wichtigsten Daten im Einzelnen:

16. August 2003: Polizisten überraschen Jörg Immendorff in der Suite eines Düsseldorfer Luxushotels mit neun Prostituierten und elf Gramm Kokain. In dem Atelier des Künstlers werden weitere zehn Gramm des weißen Pulvers sichergestellt.

27. Oktober 2003: Immendorff wird als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie suspendiert. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohe Immendorff sogar der Verlust seiner Beamtenrechte, erklärt das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium.

17. März 2004: Gegen Immendorff wird Anklage erhoben. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wirft dem schwer kranken Maler Rauschgiftbesitz in 27 Fällen vor. In einem Fall sei dabei die Grenze einer geringen Menge überschritten worden, was als Verbrechen gilt.

29. März 2004: Eine 22-jährige Frau wird nach einem Erpressungsversuch festgenommen. Sie wollte von Immendorff eine Million Euro erpressen und drohte, weitere Drogenvorwürfe zu veröffentlichen. Die Vorwürfe geben keinen Anlass für weitere Ermittlungen gegen Immendorff.

20. Juli 2004: Vor dem Düsseldorfer Landgericht beginnt unter großem Publikums- und Medienandrang der Prozess gegen Immendorff. Der 59- jährige Maler legt sofort ein umfassendes Geständnis ab. Ein Gutachter erklärt, dass Immendorff durch die Nervenkrankheit ALS tödlich erkrankt sei und bald sterben werde. Immendorff sagt, er habe mit dem Kokain Depressionen und Angstschübe verdrängen wollen.

4. August 2004: Immendorff wird zu elf Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldauflage von 150 000 Euro verurteilt.

(dpa)