Gewaltexzess nach einem Fußballspiel: Anhänger der Glasgow Rangers haben in einem katholischen Stadtteil in Nordirland wahllos um sich geschlagen.

Nordirland: Fußballfans prügeln Katholiken zu Tode, AP

Blumen liegen am Tatort in Coleraine, wo ein Mann zu Tode geprügelt wurde. Foto: AP

Protestantische Fußballfans in Nordirland haben nach dem Sieg ihrer Mannschaft einen Katholiken zu Tode geprügelt. Mehr als 20 mit Stöcken bewaffnete Anhänger der Glasgow Rangers fuhren Augenzeugen zufolge nach dem Spiel am Sonntagabend in den katholischen Stadtteil der nordirischen Stadt Coleraine, etwa 90 Kilometer nordwestlich von Belfast.

Sie hätten die erste Person angegriffen, die ihnen über den Weg gelaufen sei, sagte ein ehemaliger Polizist am Montag. Ein 49-jähriger Mann wurde getötet, seine Frau und ein Nachbar erlitten Verletzungen. Der Zustand des Nachbarn wurde als kritisch beschrieben.

Inzwischen hat die Polizei neun Männer festgenommen, berichtet der Belfast Telegraph. Der Zeitung bestätigten die Ermittler, dass sie einen religiösen Hintergrund vermuten. "Das war ein Angriff von Protestanten auf Katholiken", sagte Kriminalkommissar Frankie Taylor. Ihm zufolge sei die Situation in dem Stadtteil im Moment sehr angespannt. Er appellierte an die katholische Minderheit in Coleraine, keine Vergeltung zu üben.

Einem Pastor zufolge tranken die Angreifer während der Übertragung des Scottish-Premier-League-Spiels in Pubs reichlich Alkohol und fuhren dann in den von Katholiken bewohnten Teil der Stadt. Ein katholischer Politiker machte die verbotene Untergrundorganisation Ulster Defence Association, eine protestanische paramilitärische Untergrundbewegung, für die Gewalttat verantwortlich.

Die Polizei vermutet einen Streit um Nationalflaggen hinter der Tat. Demnach wurden vor dem Fußballspiel in der nordirischen Stadt mehrere irische Nationalflaggen aufgehängt. Kurze Zeit vor der Gewalttat seien diese aber wieder abgehängt worden.

Bei dem getöteten Mann handelt es sich um einen Sozialarbeiter. Nach Angaben von Kriminalkommissar Taylor habe er eng mit der Polizei zusammengearbeitet.

(sueddeutsche.de/dpa/hai/bica)