Job, Haus, Auto, Freunde: Sein gesamtes bisheriges Lebenswerk hat ein Australier im Internet versteigert. Mit dem eingenommenen Geld will er nochmal von vorne anfangen.

dpa

Ian Usher hat sein bisheriges Lebenswerk verkauft und dafür 245.000 Euro bekommen Foto:

Ein britischer Einwanderer in Australien hat sein gesamtes Hab und Gut für im Internet versteigert. Am Sonntag fiel nach sieben Tagen mit mäßigem Interesse der virtuelle Hammer bei einem Endpreis von 399.300 australischen Dollar (245.000 Euro).

Der erfolgreiche Bieter bekommt dafür ein Haus in Perth samt Einrichtung, Fernseher, Computer und Kameras sowie neben einem Auto, ein Motorrad, einen Jetski und eine Paragliding-Ausrüstung - ein Schnäppchen, weil schon allein das Haus die Summe wert ist, die er nun berappen muss.

Verkäufer Ian Usher, hatte mit einem etwas üppigeren Gewinn gerechnet. Etwas vorschnell ließ er vergangene Woche schon die Champagnerkorken knallen, nachdem Millionenangebote eingegangen waren. Es handelte sich aber nicht um ernsthafte Bieter, wie das Internetauktionshaus Ebay feststellte.

Den Zuschlag bekam Bieter Nummer 52 mit dem Online-Pseudonym "mslmcc". Nummer 52 ist seit fünf Jahren bei E-Bay in Australien registriert und macht dort seitdem munter Geschäfte. Es könnte sich gut um einen cleveren Geschäftsmann handeln, der nun die Einzelteile Gewinn bringend verscherbelt und auf den Job als Teppichverkäufer verzichtet. Auch Ushers Freundeskreis, der angeboten hatte, den "Neuen" aufzunehmen, wartet gespannt.

Brieftasche, Pass und Kleindung - mehr nicht

Usher war von der Liebe enttäuscht: "Ich habe mein Leben satt! Ich will es nicht mehr! Wenn Sie es haben wollen, können Sie es haben", schrieb er in seinem Blog.

Der 44-Jährige, der seit sechs Jahren im nordaustralischen Perth lebt, traf seine Entscheidung, nachdem er von seiner Frau verlassen wurde. Alles im Haus erinnere ihn nur an die "wundervolle Vergangenheit", die das Paar geteilt habe, sagte der gebürtige Engländer.

Usher will für sein neues Leben nur seine Brieftasche, seinen Pass und die Kleidung behalten, die er bei Abschluss des Geschäfts trägt - und dann wahrscheinlich erst einmal um die Welt reisen.

(dpa/segi)