20. November 2012 19:58 Anglikanische Kirche Kirche von England lehnt Weihe weiblicher Bischöfe ab

Die Generalsynode der anglikanischen Kirche von England hat die Weihe weiblicher Bischöfe abgelehnt. Unter den 470 Delegierten in London erreichte ein entsprechender Vorschlag der Kirchenführung nicht die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit. Das Ergebnis fiel ausgesprochen knapp aus.

Die anglikanische Kirche von England wird auch künftig keine Bischöfinnen haben. In der Generalsynode in London verfehlte der Antrag knapp die nötige Mehrheit.

(Foto: REUTERS)

Die anglikanische Kirche in England hat am Dienstag die Bischofsweihe für Frauen abgelehnt. Die Generalsynode in London stimmte mit knappem Ergebnis dagegen, dass Frauen in England das Bischofsamt ausüben dürfen. Der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, und sein designierter Nachfolger Justin Welby hatten sich hingegen dafür ausgesprochen.

Das Thema sorgt seit Jahren für Streit zwischen den Traditionalisten und den Liberalen in der anglikanischen Kirche. Um eingeführt zu werden, hätte die Bischofsweihe für Frauen von allen drei Kammern der Generalsynode mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit verabschiedet werden müssen.

Anglikanische Kirche

Weltweit zählt die anglikanische Kirche etwa 77 Millionen Mitglieder. Außerhalb Englands gibt es 26 anglikanische Kirchenprovinzen, darunter in den USA, Australien und - mit wachsender Bedeutung - in mehreren afrikanischen Ländern. Der englischen Mutterkirche steht die Königin als weltliches Oberhaupt vor. Geistliches Oberhaupt, Primas der Kirche von England sowie Ehrenoberhaupt der anglikanischen Weltgemeinschaft ist der Erzbischof von Canterbury. Er hat jedoch als Primus inter pares (Erster unter Gleichen) keine Weisungsbefugnis für die Nationalkirchen.

Bereits im 17. Jahrhundert entstanden zwei große theologische Lager, die "High Church" mit Betonung von Kirchenverfassung und Sakramenten sowie die "Low Church" mit Betonung der Heiligen Schrift. Seit dem 19. Jahrhundert zeigt sich auch eine Rückbesinnung auf katholische Elemente.

Gegenüber den Anglokatholiken bestand die evangelikal gewordene Low Church auf das reformatorische Erbe. Mittlerweile stehen in beiden Lagern Konservative und Liberale einander gegenüber. Die Spannungen haben sich in den vergangenen Jahren erheblich verschärft. Streitfragen sind die in vielen Nationalkirchen zugelassene Weihe von Frauen zu Geistlichen, teils auch zu Bischöfinnen, sowie der Umgang mit Homosexuellen.