Wer sich Luxus leistet, kann auch spenden. Ein Hamburger Satire-Magazin hat diesen Umstand genutzt, um Spenden für eine Münchner Obdachlosenhilfe zu sammeln.

Geldregen; istockphotoGrossbild

Spendable Reiche fand ein Satiremagin auf der Münchner Millionaire Fair vor. (Foto: istockphoto)

Gerade in Großstädten wird die Kluft zwischen arm und reich größer. Das gilt auch für München. Ausgerechnet das Hamburger Satire-Magazin extra 3 des Norddeutschen Rundfunks (NDR) hat diesen Umstand genutzt, um auf der Millionärs-Messe "Millionaire Flair" in München knapp 25.000 Euro für eine Münchner Obdachlosenhilfe zu sammeln. Das Geld soll der "Münchner Tafel e.V." zugute kommen, wie der Sender am Mittwoch in Hamburg mitteilte.

Die Einrichtung, die Nahrungsmittel an Bedürftige verteilt, benötige das Geld für einen neuen, klimatisierten Kleintransporter. "Mit der Spendenaktion wollten wir auf die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland aufmerksam machen“, sagte Moderator Tobias Schlegl, der die Messebesucher um Spenden bat.

Jeder sollte mindestens genauso viel für die Münchner Tafel spenden wie er vorher für Luxus ausgegeben hatte. Zahlreiche Besucher und Aussteller hätten spontan vor der Kamera Spenden zugesagt.

Innerhalb weniger Stunden kamen so 24.550 Euro zusammen. Der Redaktion von extra 3 liegen mittlerweile die schriftlichen Bestätigungen der Spender vor. "Ich hätte nie gedacht, dass 'extra 3' so schnell so viel Geld zusammen bekommt", sagt Hannelore Kiethe, Vorsitzende der Münchner Tafel. Jetzt soll der neue Transporter für die Auslieferung der Speisen angeschafft werden.

Wenn es so einfach ist, sollten sich beim nächsten Mal vielleicht einfach Spendensammler aus München der Methode bedienen.

Rahmen
Luxusmesse in München Das Millionending Rahmen
Rahmen

(sueddeutsche.de/vs/grc)

ANZEIGE


Themen

Weitere Artikel in Panorama

Leserkommentare (5)



23.10.2008 09:48:47

newfunast: Eine Spende ...

... gegen das schlechte Gewissen?


1 Besucher hat diesen Kommentar bewertet





Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.


Bilder aus dem Panorama
Mafia-Bosse werden verhaftet, die Menschen feiern, der nächste "Capo" steigt auf - der Kampf gegen die Mafia.
Manchmal unterbewusst, manchmal als gezielte Provokation. Gesten sagen mehr als Worte. Von Mittelfinger bis Vogel, von Wiedeking bis Ackermann.
Erinnerung an den schwulen Aufstand vor 40 Jahren: In beinahe jeder größeren Stadt in Deutschland finden jedes Jahr schwule Paraden statt.
Blutige Ermittlungen: Die mexikanische Marine findet fast eine Tonne Kokain in einer Schiffsladung mit 400 gefrorenen Hai-Körpern.
Gestrandet in "Tent City": Sie haben in den USA Haus und Hof verloren - vor Sacramento treffen sich die Verlierer der Wirtschaftskrise wieder.
Sie sind die gefährlichsten Verbrecher Deutschlands - und alle auf der Flucht:

ANZEIGE

SZ Probeabo
SV-Bilderdienst
Internetsucht
Online-Junkies haben sich aus dem realen Leben verabschiedet und existieren nur noch im Internet. In der Realität jenseits von Chaträumen, Spielen, Cybersex oder Schnäppchenjagd drohen Isolation, Depressionen und Entzugserscheinungen. Als süchtig gilt, wer sich privat mehr als 35 Stunden pro Woche im Internet bewegt. mehr...
Die SZ Junge Cinemathek
12 Lieblingsfilme zum Neu-Entdecken und Erinnern
SZ Cinemathek Dokumentarfilme
Die Welt mit anderen Augen sehen - Amerikanische Perspektiven und Klassiker des Naturfilms
Musik. Genuss. Erleben.
Jahrhundert Geiger und Klavier Kaiser - Die Standardwerke der SZ Klassik Edition.