Ärzte beklagen immer mehr komatös betrunkene Jugendliche. Jetzt starb eine junge Frau an selbstgemixten Cocktails.
Trotz öffentlicher Kampagnen und Verbot von Flatrate-Partys trinken Jugendliche unkontrolliert Alkohol. Foto: dpa
Wegen des steigenden Alkoholkonsums junger Leute schlagen Mediziner Alarm, Länder und Städte starten Kampagnen und verbieten Flatrate-Partys, auf denen Unmengen harter Spirituosen für wenig Geld zu bekommen sind.
Doch erneut wird ein junger Mensch Opfer eines Saufgelages: Eine 19-Jährige aus dem Kreis Gifhorn hat sich nach einem Disco-Besuch mit selbstgemischten, hochprozentigen Cocktails zu Tode getrunken. Sie starb in ihrem Bett, wenige Stunden nach dem Alkoholexzess mit ihren Freundinnen.
"Die junge Frau hatte sich in der Nacht von ihrer Mutter abholen lassen, weil sie stark betrunken war", schildert ein Polizeisprecher.
Wenige Stunden, nachdem sie ihre Tochter ins Bett gebracht hat, will die Mutter nach ihrer Tochter sehen und findet sie reglos im Bett.
"Viele kippen bereits vor der Disco um"
Sie alarmiert sofort einen Notarzt, der jedoch nur noch den Tod der 19-Jährigen feststellt. Die Obduktion ergibt, dass die junge Frau an den Folgen des Trinkgelages gestorben ist. Binnen kurzer Zeit hatte sie nach dem Verlassen der Disco große Mengen Hochprozentiges in sich hineingeschüttet. Weitere Einzelheiten wollte die Polizei mit Rücksicht auf die Familie nicht nennen.
Trotz zahlreicher Aufklärungskampagnen scheinen die Warnungen bei denen zu verhallen, bei denen sie ankommen sollen. Erst vor wenigen Tagen hatte die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) eine Studie vorgestellt, wonach immer mehr Schüler zur Flasche greifen.
Demnach bezeichneten sich zwei von drei Neunt- und Zehntklässler als Biertrinker. Mehr als jeder Zweite konsumiert hochprozentige Spirituosen.
"Es gibt kein Wochenende mehr, an dem nicht komatös betrunkene Jugendliche eingeliefert werden", hatte die Assistenzärztin in dem Kinderkrankenhaus auf der Bult, Daniela Gad, während des größten Schützenfestes der Welt in Hannover festgestellt. Sie machte vor allem das bei Jugendlichen beliebte "Vorglühen" für die steigende Zahl von Alkoholopfern verantwortlich. Dabei betrinken sich die jungen Leute bereits Stunden vor dem angestrebten Ereignis mit selbstgemischten Getränken aus Wodka und süßen oder gar aufputschenden Zusätzen.
"Vielen fallen schon vor der Disco um." Für bundesweites Aufsehen hatte zuletzt der tragische Alkoholtod des 16 Jahre alten Berliner Schülers Lukas gesorgt. Er war wenige Stunden nach einem Wett-Trinken mit einem Wirt gestorben. Der 16-Jährige hatte 45 Tequila getrunken.
Die Ärzte stellten einen Alkoholgehalt im Blut des Jungen von 4,8 Promille fest. Erst vor sieben Wochen war eine 18-Jährige in Fürstenau bei Osnabrück nach einem Trinkgelage gestorben. Dabei war allerdings nicht das Trinken alleine für den Tod verantwortlich. Die 18-Jährige hatten einen tödlichen Cocktail aus Alkohol und Drogen im Blut.

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