Von Varinia Bernau

Überschwemmte Landstriche: Zehntausende Menschen haben auf Papua-Neuguinea ihre Bleibe verlassen, weil die Nordküste des Landes von Riesenwellen getroffen wurde.

Etwa 75.000 Bewohner von Papua-Neuguinea sind auf der Flucht, nachdem die Nordküste des pazifischen Inselstaates von riesigen Wellen überschwemmt wurde. Nach Regierungsangaben haben die Wassermassen vielerorts Häuser und Lebensmittelvorräte zerstört sowie die Wasser- und Ölversorgung schwer beeinträchtigt. Auch ein Krankenhaus, das etwa 5000 Menschen in der Provinz Neu-Irland medizinisch versorgt, ging in den bis zu drei Meter hohen Wellen unter.

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Insgesamt sind fünf Provinzen von der Flutwelle betroffen, die bis zu 50 Meter ins Landesinnere hinein eine Schneise der Verwüstung geschlagen hat. In einem Bericht des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) wird die Zahl der zerstörten Häuser auf mindestens 400 geschätzt. Etwa 35.000 Menschen benötigten demnach Soforthilfe.

Allein auf der sehr niedrig gelegenen Insel Manus sei die Hälfte der 33.000 Einwohner obdachlos. Die Regierung forderte Tausende Menschen auf, langfristig eine andere Bleibe im Landesinneren zu suchen. Die Arbeit von Hilfsorganisationen wird durch den Zusammenbruch von Straßen und Leitungen erschwert. Nach Einschätzung des UN-Büros liege die größte Gefahr in der Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Die Regierung von Papua-Neuguinea hat umgerechnet sechs Millionen Euro Soforthilfe bereitgestellt, die australische Regierung gibt etwa 500.000 Euro für Hilfsmittel.

Ursache der riesigen Wellen war offenbar ein Sturm über dem Pazifik sowie ein derzeit besonders großer Tidenhub. Der australische Meeresforscher John Hunter sagte der Rundfunkanstalt ABC, dass solche Flutwellen etwa alle 30 Jahre auftreten, sich in Folge der Erderwärmung künftig jedoch häufen könnten. Auch Australien sei davor nicht sicher.

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(SZ vom 18.12.2008/grc)