In Kreuzberg ist es am 1. Mai auch in diesem Jahr wieder zu Ausschreitungen gekommen. Zum Teil vermummte Demonstranten griffen Polizisten an - mehrere Menschen wurden festgenommen.
Die Flasche schlägt genau neben dem bulligen Polizisten ein. Der Mann bleibt regungslos. Selbst wenn die Flasche ihn getroffen hätte, außer einem "klonck!" hätte er wohl nichts davon mitbekommen.
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In seinem gepolsterten Spezialanzug und dem Helm sieht er aus wie ein Raumfahrer in Grün. "Vorsicht, Flaschenwurf", warnt er trocken die umstehenden Menschen.
Gestern Nacht, dem 20. Jahrestag des ersten von Gewalttätigkeiten überschatteten 1. Mai in Kreuzberg, war es mal wieder sicherer, sich nicht in der Nähe von Polizisten aufzuhalten. Seit gegen 21:50 Uhr die ersten Steine und Flaschen flogen auf dem Kreuzberger "Myfest", sind die Polizisten zur Zielscheibe geworden.
Mehr als drei Stunden lieferten sich einige Dutzend Polizisten und schätzungsweise bis zu zweihundert randalewillige Autonome einen ungleichen Kampf, den die Polizei am Ende für sich entscheiden konnte.
Das Zentrum der Auseinandersetzung lag an einem gut 300 Meter langen Teilstück der Oranienstraße, zwischen Heinrichplatz und Skalitzer Straße. Erst brannten hier Mülleimer, dann ein Einkaufswagen, den die Randalierer offenbar mit Feuerwerkskörpern bestückt hatten.
Und immer wieder zerbarsten leere und volle Bierflaschen auf dem Asphalt, die von einzelnen Autonomen aus der Menschenmenge heraus auf die Polizisten geschleudert wurden.
Die Beamten ließen sich nicht provozieren. War ein Täter - ein Flaschenwerfer oder Brandstifter - ausgemacht, rannten bis zu zehn Polizisten auf ihn zu, nahmen ihn fest und führten ihn ab. Bis Mitternacht sind so 19 Randalierer aus dem Verkehr gezogen worden, berichtet ein Polizeisprecher.
Währenddessen spielte am Ende der Oranienstraße auf der Core-Tex-Bühne die Punk-Ska-Band "Rolando Random". Vor der Bühne tanzten die Leute. Weiter hinten prügelten sich andere mit der Polizei.
Die "Myfest"-Gänger ließen sich von dem Randale-Spektakel ebenso wenig beeindrucken wie die Polizisten. Gelassen bis ausgelassen feierten die Besucher die Musiker auf den insgesamt 18 Bühnen rund um Mariannen-, Heinrich-, Oranienplatz und Kottbusser Tor. Mehr als 10.000 Menschen haben das Fest besucht, das es einzig und allein deshalb gibt, weil die Kreuzberger von den alljährlichen Gewaltexzessen am 1. Mai genug hatten.
Ruhiger als im Vorjahr
Das Konzept geht auf. Schon 2006 waren weniger Übergriffe verzeichnet worden. Dieses Jahr waren die Randale auf wenige Stunden auf einen kurzen Straßenabschnitt beschränkt.
Am Nachmittag gab es noch zwei von Sicherheitskräften stark gesicherte Demonstrationen linker Gruppen mit mehr als 10.000 Teilnehmern. Sie verliefen friedlich.
Wenn es so weitergeht, könnte schon das nächste "Myfest" ohne Randale über die Bühne gehen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht: Dieses Jahr blieb es nämlich trotz des von linken Gruppen scharf kritisierten G-8-Gipfels, der in wenigen Wochen in Heiligendamm stattfindet, und trotz des 20. Jahrestages relativ ruhig.
(sueddeutsche.de)
Bundespräsident Gauck in Jerusalem
Na wenn das so ein schöner Tag in Kreuzberg war dann können wir ja im nächsten Jahr die Polizei ganz weg lassen. Die Beamten haben da sicher nichts dagegen. Und wenn dann welche randalieren wollen sollen sie doch, denn an sowas ist ja schließlich immer die Polizei schuld die armen Autonomen sind nur Opfer. Aber wenn die Polizei dann nicht auftaucht und plötzlich brennt Kreuzberg wieder, dann heißt es gleich: Wo war denn die Polizei, warum hat uns niemand beschützt.
würde mal gerne wissen, wer von den hier schreibenden überhaupt bei 'ner demo gestern war und mal die polizei beobachtet hat und wie sie gegen demostranten vorgeht. kl. beispiel aus erfurt:
wir standen an einem abgegrenztem bürgersteig und haben halt die rechten ausgepfiffen, beschimpft .. (NICHT BEWORFEN!!). zwischen denen und uns standen 3 reihen polizeifahrzeuge + paar reihen 'schildkröten'. mir nichts, dir nichts kommen von den rechten aus paar sachen geflogen, aber wir werden von den polizisten in den park hinter uns abgedrängt mit fusstritten, schlägen auf den rücken o.ä. statt mal auf die rechten zu stürmen, die ja uns beworfen haben(komische art von beschützen..).
ich hab noch nie erlebt, das die polizei gezielt leute bei den rechten rausgefischt hat, die steine o.ä. geworfen haben. bei gegendemostranten dauert das keine halbe stunde bis die werfer - sofern sie denn erkannt wurden - rausgeholt werden auf nicht selten unfreundliche art und weise. (ja ja,man kann sich darüber beschweren, aber mach das mal, wenn die polizisten kein anderes erkennungzeichen haben ausser dem gruppenzeichen auf dem rücken ...nach dem fischen verziehen sie sich ja auch direkt wieder in ihre gruppen und man steht vor paar 'normalen' polizisten, die einen befragen)
ich will jetzt nich sagen, das dieses verhalten der polizei es berechtigt die polizei zu bewerfen (finde es auch daneben), es macht aber irgendwie verständlich, wieso einige dann ihre wut grad eben an der polizei rauslassen. bzw. viell. auch mal über die ursachen für die steinwürfe etc. nachdenken, bevor man hier die leute als total unschuldig darstellt bzw. es sogar als mordversuch interpretiert.
@dash:
wenn du schon die aussage von sandburg veränderst, dann denk doch auch mal über den zusatz '.. dann kommt der krieg eben zu euch' nach.
oder über die nette aussage von brecht ' wer kämpft, kann verlieren. wer nicht kämpft, hat schon verloren'
sollte dir das zu hoch sein .. dann versuchs mal mit dem vorschlag von peace_for_all
Hallo Flinxx,
noch eine kleine Anmerkung zu deinem Kommentar.
Diese Personen die gestern Abend in Kreuzberg "gefeiert" haben waren Autonome, das sind keine Rechtsradikalen, das sind so genannte Linke. Also eher das Gegenteil der Rechtsradikalen.
Bitte versteh mich nicht falsch ich will hier keinesfalls die Rechten in Schutz nehmen, aber bei jedem Missstand in Deutschland geich gegen die Rechten zu wettern geht mir zu weit. Sicher die sollte man auf eine Insel sperren bis sie sich selbst zerfleischen, aber dann bräuchten wir auch noch eine zweite Insel für die so genannten Autonomen.
Sei mir nicht böse Flinxx, aber deinen Kommentar konnte ich so nicht stehen lassen.
Diese so genannten Autonomen, die eigentlich nichts anderes wollen als sich mit der Polizei prügeln, sind doch ganz offensichtlich mit unserer demokratischen Gesellschaftsordnung nicht einverstanden. Da muss ich sagen "Auf Wiedersehen ihr Id...!" Keiner wird diesen Subjekten nachweinen. Zudem wäre das wohl für die Gemeinschaft eine Entlastung so würden wir uns die Sozialhilfe für diese braven Bürger sparen.
@dash03
Die Polizisten stellen sich sicherlich nicht "dumm doof" zur schau, sondern schützen in solchen Situationen Bürger und deren Eigentum. Kann mich nur "Altkanzler" anschliessen und hochachtungsvoll der Polizei danken.
"[...] nicht mehr wählen gehen [...]"
Na herzlichen Glückwunsch! Ein Grundrecht, für das soviel Blut vergossen wurde nicht in Anspruch zu nehmen. Werden Sie doch selbst politisch aktiv, ist nicht so nervig, wie so ein hohles Gerede lesen/hören etc. zu müssen.
Paging