21. Altstadtmillion Anonymer Stifter spendet Görlitz Millionen

In Görlitz ist die 21. Altstadtmillion eingetroffen.

(Foto: dpa)
  • Auf dem Konto der ostsächsischen Stadt Görlitz ist die 21. Altstadtmillion eingetroffen.
  • Seit 1995 überweist ein anonymer Gönner der Stadt jedes Jahr eine Million D-Mark beziehungsweise 511 500 Euro.

Wer durch die Altstadt von Görlitz flaniert, geht auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Mehr als 4000 Baudenkmäler machen die Stadt nicht nur zu einer der schönsten Städte Deutschlands, sondern auch zur begehrten Kulisse für Hollywood-Filme. Dass die Altstadt so gut saniert ist, hat Görlitz auch einem mysteriösen Spender zu verdanken: Jahr für Jahr bekommt die Stadt ein großzügiges Geschenk. Gerade ist auf dem städtischen Konto die 21. Altstadtmillion eingetroffen.

Seit wann es die Spenden gibt

Die Geschichte begann nach einem Bericht des MDR 1995. Damals meldet sich bei der Görlitzer Stadtverwaltung ein Anwalt aus München. Im Auftrag seines Mandanten will er Geld verschenken. Die Spende sei allerdings an zwei Bedingungen geknüpft: Der Name des Spenders müsse geheim bleiben und das Geld dürfe ausschließlich für die Sanierung der Altstadt verwendet werden.

Die Görlitzer Beamten glauben zunächst an einen Witz. Doch einige Tage später geht die erste Spende ein - damals noch eine Million DM. Mit der ersten Million wird der Brunnen auf dem Postplatz saniert. 21 Jahre ist das nun her - und noch immer kommt Jahr für Jahr die Spende. Das Geld wird von der privaten Altstadtstiftung verwaltet. Ein Kuratorium entscheidet darüber, welche Bauten mit dem Geld saniert werden. Zahlreiche Bürgerhäuser wurden seitdem wieder hergerichtet.

Wer der Spender sein könnte

Bis 2010 ging alles gut - dann meldete sich der Spender plötzlich über seinen Anwalt zu Wort - und drohte, seine Zahlungen einzustellen: Er sei verärgert, dass die Stadt plane, ihre Denkmalschutzbehörde an den Landkreis abzugeben, um Kosten zu sparen. Inzwischen ist das Thema vom Tisch und das Geld fließt Jahr für Jahr.

Wer allerdings der großzügige Geber ist, darüber wird bis heute gerätselt. Ein reicher Emigrant, der die Heimat vermisst? Ein Unternehmer? Sogar Schauspieler Nicolas Cage wurde schon verdächtigt - eine Zeitung hatte bei ihm Görlitzer Wurzeln vermutet. Doch auf jeden Namen folgte ein Dementi aus dem Rathaus. Und auch in diesem Jahr erklärte Oberbürgermeister Siegfried Deinege nur: "Ich bin tief gerührt und der unbekannten Spenderin/dem unbekannten Spender sehr dankbar."