Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München 26°

Verkehr - Köln

Schon sechs tote Radfahrer durch Unfälle mit abbiegenden Lkw

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Köln (dpa/lnw) - In Nordrhein-Westfalen sind nach einer Auflistung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in diesem Jahr bereits sechs Radfahrer bei Unfällen mit abbiegenden Lastwagen ums Leben gekommen. Im gesamten Jahr 2017 waren demnach acht Radler bei solchen Unfällen getötet worden. Immer wieder ereignen sich beim Rechtsabbiegen von Lastwagen schwere Unfälle, weil Radfahrer in den tückischen "toten Winkel" geraten.

Durch elektronische Abbiege-Assistenten, die den Lkw-Fahrer rechtzeitig warnen, könnte nach Angaben der Unfallforschung der Versicherer die Mehrzahl dieser Unfälle verhindert werden. Die Bundesregierung, Bundesländer, Wirtschaftsverbände und ADFC setzen sich für den verpflichtenden Einbau der Assistenzsysteme ein - doch dafür ist eine EU-weite Regelung erforderlich.

Um die Umrüstung von Lkw dennoch voranzutreiben, fordert der ADFC, dass Kommunen ihre Fahrzeuge freiwillig mit Abbiege-Assistenten ausstatten. "Es geht hier um den Schutz von Menschenleben", betont der Vorsitzende des ADFC NRW, Thomas Semmelmann. Angesichts der klammen Kassen vieler Städte und Gemeinden solle das Land die Kommunen finanziell unterstützen.

Ende Mai war ein siebenjähriger Junge in Köln bei einem Unfall mit einem abbiegenden Müllwagen getötet worden. Wie genau es dazu kam, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch unklar. "Der Fahrer gilt als Beschuldigter, ob der den Unfall hätte verhindern können, wird noch ermittelt", sagte ein Sprecher.