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Verkehr - Hamburg

Demos gegen G20 in Hamburg: Kein Busverkehr in der City

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hamburg (dpa/lno) - Das globalisierungskritische Netzwerk Attac und das Bündnis "Jugend gegen G20" haben am Samstag gegen den G20-Gipfel im Sommer mobil gemacht. An Tanzdemonstrationen und Straßentheater vor dem Hamburger Hauptbahnhof beteiligten sich bis zu 100 Aktivisten. Die Aktionsakademie Attac veranstaltete in der Hansestadt ihre jährliche Tagung. Referenten berichteten über den Stand der Planungen zu den Camps, dem Alternativgipfel und der geplanten Großdemonstration anlässlich des G20-Gipfels am 7. und 8. Juli.

Mit verschiedenen Workshops stimmten sich die Jugendlichen auf den Gipfel ein. Rund 70 Teilnehmer kamen zu der Versammlung, um sich über die Möglichkeiten des Protests und die Vorbereitung eines Bildungsstreiks am 7. Juli zu informieren. "Das Ziel der Demonstration ist es, unseren Forderungen nach einer solidarischen Gesellschaft Gehör zu verschaffen", sagte Bündnis-Sprecher Marvin Hopp bei einer Pressekonferenz.

Der Gipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer wird deutliche Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr nach sich ziehen. Die meisten Buslinien in der Innenstadt werden zumindest an den Gipfeltagen 7. und 8. Juli nicht fahren, teilte die Hamburger Hochbahn der Deutschen Presse-Agentur mit. Viele Linien, die aus den Außenbezirken der Hansestadt in die Innenstadt führen, würden verkürzt. So fahre zum Beispiel die vielgenutzte Buslinie 5 von Niendorf Markt nur noch bis zur Hoheluftbrücke, wo die Fahrgäste in die U-Bahn wechseln sollen.

"Wir empfehlen, die Innenstadt während des G20-Gipfels nicht aufzusuchen, wenn es nicht erforderlich ist", sagte Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum. Wer in die Innenstadt fahren müsse, solle U- und S-Bahnen nutzen, die weitgehend ohne Einschränkungen fahren sollen. Etliche Detailfragen seien jedoch noch nicht endgültig geklärt - zum Beispiel, ob die U-Bahn-Station an den Messehallen während der Gipfeltage bedient werde. Durch Demonstrationen oder aktuelle Entwicklungen könnten sich zudem auch kurzfristig Veränderungen der Verkehrslage ergeben.

Als Entschädigung für die Unbequemlichkeiten will die Stadt allen Hamburgern am 9. Juli freien Eintritt in den großen Museen gewähren. Mit dieser Geste wolle der rot-grüne Senat sich bei den Bürgern für ihr "Verständnis für die Beeinträchtigungen und Einschränkungen durch den G20-Gipfel bedanken, und zwar nicht nur mit Worten, sondern mit Taten", sagte SPD-Fraktionschef Andreas Dressel dem "Hamburger Abendblatt" (Samstag-Ausgabe). Einen entsprechenden Antrag wollen SPD und Grüne am Mittwoch in die Bürgerschaft einbringen. Der Senat wolle den Museen die Einnahmeausfälle erstatten.