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Elektronische Behördengänge beliebt - Angst vor Datendieben

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Berlin (dpa/tmn) - Terminvergabe per Mausklick und Online-Antrag für den neuen Ausweis: Die digitale Verwaltung macht für Bürger vieles einfacher. Noch gibt es bei elektronischen Behördengängen aber Hürden.

Von Online-Anträgen beim Amt bis zur elektronischen Steuererklärung (Elster): Immer mehr Internetnutzer machen von solchen E-Government-Angeboten Gebrauch. Das hat TNS Infratest ermittelt. In den vergangenen zwölf Monaten hat fast jeder zweite Onliner (45 Prozent) solche Angebote genutzt - in einer vergleichbaren Befragung aus dem Vorjahr war es erst gut jeder Dritte (36 Prozent). Zufrieden mit den elektronischen Verwaltungsangeboten ist rund jeder Zweite (52 Prozent). Datenschutz (58 Prozent), Unabhängigkeit von Öffnungszeiten (45 Prozent) und Bequemlichkeit (42 Prozent) sind für die Befragten die wichtigsten Aspekte beim E-Government.

Als größte Barriere nennen drei Viertel der Internetnutzer (76 Prozent) die mangelnde Bekanntheit vieler Angebote. Außerdem haben fast zwei Drittel (65 Prozent) Angst vor einem möglichen Diebstahl ihrer Daten, wenn sie E-Government-Angebote nutzen. Im Vorjahr äußerten nur 61 Prozent solche Bedenken. Auftraggeber der Studie sind die Initiative D21 und das Institute for Public Information Management an der TU München.

Die Zahl der Nutzer des neuen digitalen Personalausweises (E-Perso) ist im Vergleich zum Vorjahr von 27 auf 38 Prozent gestiegen. Für die sogenannte eID-Funktion, mit der man seine Identität im Internet nachweisen kann, haben sich aber nur 28 Prozent der E-Perso-Besitzer freischalten lassen. Und von denjenigen, die den E-Perso mit freigeschalteter eID besitzen, hat nur ein gutes Drittel (35 Prozent) ein Lesegerät, ohne das die eID nicht genutzt werden kann.

Wer die eID nutzen kann, hat sich damit vor allem schon einmal bei diversen elektronischen Anwendungen und Diensten identifiziert (19 Prozent), sich bei Elster registriert oder eingeloggt (14 Prozent) sowie Online-Formulare elektronisch unterschrieben (12 Prozent).

Weitgehend ungenutzt bleiben weiterhin die gesetzlich geregelten De-Mail-Angebote privater Unternehmen, die eine sichere, vertrauliche und nachweisbare Kommunikation im Internet ermöglichen sollen. Das auf E-Mail-Technologie basierende, aber von den E-Mail-Diensten getrennte System nutzt fast wie im Vorjahr (10 Prozent) nur gut jeder Zehnte (12 Prozent).

Der Verein Initiative D21 ist ein branchenübergreifendes Netzwerk von 200 Mitgliedsunternehmen und -institutionen sowie politischen Partnern aus Bund, Ländern und Kommunen zur Ausgestaltung der Informationsgesellschaft. Vom 7. bis 27. Juli wurden 1002 Erwachsene befragt, die das Internet privat nutzen.