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Schifffahrt - Köln

Nobelviertel oder Schiffsanleger: Konflikt im Rheinauhafen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Köln (dpa/lnw) - Wegen eines Festmachverbots an der Kaimauer im Kölner Rheinauhafen liefern sich Schiffer und Polizei seit Tagen ein skurriles Gefecht. Weil die Kapitäne nach Angaben der Kölner Wasserschutzpolizei laut hupend im Hafen gegen das Verbot protestiert hatten, erstatteten die Beamten vergangene Woche sieben Anzeigen wegen missbräuchlichen Benutzens von Schallsignalen - jeweils mit 35 Euro Bußgeld.

Anwohner fühlten sich gestört und hätten sich beschwert, sagte der Sprecher der Wasserschutzpolizei, Ramon van der Maat, am Montag. Zuvor hatten mehrere Medien über das Thema berichtet.

Der aktive Schiffsbetrieb war 2001 aus dem mehr als hundert Jahre alten Hafen in den Kölner Norden verlagert worden. Der Rheinauhafen wurde zu einem luxuriösen Wohnquartier umgebaut, das für sich selbst als "Flaniermeile, Yachthafen und Nobelviertel in einem" wirbt. Laut Kölner Selbstdarstellung kostet der Quadratmeter Wohnfläche dort bis zu 6000 Euro. Trotzdem hatten Schiffer weiterhin gerne etwa für einen ruhigen Schlafplatz an der Kaimauer angelegt.

Das Verbot gilt nach Angaben der Häfen und Güterverkehr Köln AG seit rund zwei Wochen. Die Ringe und Poller seien nicht für die Zugkraft heutiger Schiffe ausgelegt, sagte ein Sprecher. Bei zwei Unfällen im Dezember und Januar hätten Schiffe die Verankerungen aus der Mauer gerissen. Es werde geprüft, ob baulich was zu machen sei, sagte er. Vor der Mauer ankern dürften die Binnenschiffe nach wie vor.

Für ihren Protest haben die Schiffer inzwischen laut Wasserschutzpolizei einen kreativen Weg ohne Bußgeldbescheide gefunden: Bei manchen Manövern sei Hupen vorgeschrieben - etwa beim Rückwärtsfahren dreimal kurz. "Wir vermuten, dass sie das jetzt mit Absicht machen", sagte Van der Maat. "Da sind uns die Hände gebunden."