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Ernährung

Laktosefreie Milch schmeckt süßer

Direkt aus dem dpa-Newskanal

München (dpa/tmn) - Menschen mit einer Laktoseintoleranz können den milcheigenen Zucker nicht abbauen und deshalb nicht verdauen. Doch warum schmeckt laktosefreie Milche süßer als handelsübliche?

Nach dem Verzehr von Milch haben laktoseintolerante Menschen schnell Beschwerden wie Bauchschmerzen und Völlegefühl bis hin zu Blähungen und Durchfall. Die Betroffenen haben einen Mangel an dem Enzym Laktase, das den Zucker eigentlich aufspaltet, erklärt Heidrun Schubert, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern.

Laktosefreie Milch entsteht daher zum Beispiel durch die Zugabe von Laktase. Die Hersteller übernehmen damit quasi den Prozess, der eigentlich im Organismus ablaufen sollte. Der Zweifachzucker Laktose werde so in Einfachzucker gespalten, erläutert Schubert.

Ein Nebeneffekt dieses Prozesses: Die laktosefreie Milch schmeckt süßer, weil der Einfachzucker eine höhere Süße besitzt. Eine andere Möglichkeit, Milch ohne Laktose herzustellen, besteht darin, den Milchzucker herauszufiltern.

Schätzungen zufolge haben rund 12 Millionen Menschen in Deutschland eine Laktoseintoleranz, sagt Schubert. "Je älter der Mensch wird, desto weniger kann er den Milchzucker abbauen." Wer eine Intoleranz bei sich vermutet, sollte sich aber zunächst von einem Arzt testen lassen, bevor er sich nur noch laktosefrei ernährt, rät Schubert. Laktosefreie Produkte sind nämlich häufig etwas teurer.