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Ölkonzern Shell stoppt umstrittenes Arktis-Projekt

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"Rettet die Arktis" ist auf diesem Greenpeace-Plakat in Stralsund zu lesen. Shell hatte überraschend ein vorläufiges Ende der Probebohrungen angekündigt. Foto: Stefan Sauer

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London/Amsterdam (dpa) - Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell stoppt seine umstrittenen Probebohrungen vor der Küste Alaskas. Als Gründe nannte Shell mangelnden Erfolg und zu hohe Kosten. Der Stopp bringt finanzielle Belastungen in Milliardenhöhe mit sich, wie das Unternehmen mitteilte.

Zudem seien die staatlichen Vorgaben herausfordernd und unpräzise. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace feierte den Stopp als großen Erfolg. Das Bohren nach Öl und Gas in Alaska ist wegen des fragilen Ökosystems sehr umstritten.

Shell bezifferte die finanziellen Belastungen auf etwa drei Milliarden US-Dollar, bezogen auf den Buchwert des Projektes. Weitere 1,1 Milliarden Dollar dürften für zukünftige Vertragsverpflichtungen anfallen. Weitere Details will das Unternehmen bei Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal geben.

Greenpeace begrüßte die Entscheidung des Ölkonzerns, die Bohrungen nach Öl und Gas in der Arktis zu stoppen. "Wir sind vorsichtig froh", sagte eine Sprecherin am Montag in Amsterdam. "Wenn dieser Beschluss endgültig ist, dann haben wir gesiegt."

Die deutsche Greenpeace-Organisation reagierte weniger zurückhaltend auf den Shell-Rückzug. "Shell gibt auf. Das ist eine hervorragende Nachricht für die Arktis und das Klima und ein großer Sieg für die weltweite Protestbewegung", sagte Sprecherin Larissa Beumer. "Shells Entscheidung zeigt, dass Ölbohrungen in der Arktis nicht nur klimapolitisch, sondern auch ökonomisch keinen Sinn ergeben. Shells Rückzug ist gleichzeitig ein deutliches Signal an alle anderen Ölkonzerne, die Finger von der Arktis zu lassen."

Erst am Samstag hatten die Umweltschützer in mehr als 40 deutschen Städten gegen die Ölbohrungen von Shell in der Arktis protestiert.