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Deutschland und Belgien wollen bei Atom-Sicherheit zusammenarbeiten

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Das belgische Atomkraftwerk Tihange bei Huy. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks reist nach Brüssel, um mit der belgischen Regierung über den Zustand der Atomreaktoren des Landes zu sprechen. Foto: Oliver Berg

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Brüssel (dpa) - Nach einer Reihe von Pannen in belgischen Atomkraftwerken wollen Deutschland und Belgien bei der Reaktorsicherheit künftig enger kooperieren.

Ziel sei ein Abkommen für eine ständige und verlässliche Zusammenarbeit, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nach einem Treffen mit dem für Reaktorsicherheit zuständigen belgischen Innenminister Jan Jambon und Energieministerin Marie-Christine Marghem.

Hintergrund der Gespräche sind Pannen in den beiden grenznahen belgischen Atomkraftwerken Doel 3 und Tihange 2. Die Reaktoren waren nach Zwischenfällen vom Netz genommen worden; auch bei der erneuten Inbetriebnahme lief nicht alles glatt.

In Zukunft seien nun auch gegenseitige, grenzübergreifende Inspektionen in Kraftwerken geplant, sagte Hendricks weiter. Im März solle eine gemeinsame Arbeitsgruppe auf Fachebene zusammenkommen. Zuvor werde Belgien eine Liste mit Fragen beantworten, die Deutschland im Januar an die belgische Atomaufsicht übergeben hatte.

"Wir sind weiterhin besorgt, was den Zustand der beiden Reaktorblöcke angeht", sagte Hendricks. Beide wiesen Risse auf, die Probleme seien noch nicht vollständig ausgeräumt. "Wir hätten es begrüßt, wenn die beiden Reaktorblöcke nicht wieder angefahren worden wären."

Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter fordert Konsequenzen aus den jüngsten Zwischenfällen in belgischen Atomkraftwerken. Marode Meiler wie Tihange und Doel seien ein unbeherrschbares Risiko und müssten abgeschaltet werden, sagte Peter am Montag in Berlin.

Die Städteregion Aachen führt nun eine Klage gegen das Akw Tihange an. Auf breiter Ebene haben sich hier Kreise und Kommunen aus Rheinland-Pfalz und den Niederlanden angeschlossen.