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Hockey

Vier deutsche Hockey-Asse nach Indien

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hamburg (dpa) - Für vier deutsche Hockey-Asse klingelt endlich mal so richtig die Kasse. Die Olympiasieger Moritz Fürste, Tobias Hauke und Florian Fuchs sowie Torhüter Nicolas Jacobi starteten nach Fernost, um fünf Wochen lang für viel Geld in der lukrativen Hockey India League (HIL) zu spielen.

"Es ist überwältigend, was da für Summen zusammengekommen sind. Wir waren erst mal alle perplex und völlig fertig", gab Torjäger Fuchs zu.

Der 24 Jahre alte Torjäger spielt auf den 17. September 2015 an, als die vier Hamburger frühmorgens am Laptop die Spieler-Auktion aus dem Lalit-Hotel in Neu-Delhi verfolgten. Es ging zu wie auf einem Basar. Für die Rekordsumme von umgerechnet 93 000 Euro sicherten sich die Kalinga Lancers Fürste. Dessen Clubkollege Fuchs vom Uhlenhorster HC wurde von den Dabang Mumbai ebenso für 85 000 Euro verpflichtet wie Kapitän Hauke (Harvestehuder THC) von den Uttar Pradesh Wizzards. Für eher günstige 24 000 Euro nahmen die Jaypee Warriors Nationalkeeper Jacobi unter Vertrag. Diese sind auf zwei Jahre angelegt, wobei die Auktionssummen dem Bruttogehalt der Akteure pro Saison entsprechen.

"Gigantisch" seien diese Zahlen, betonte Fürste, denn allen Erfolgen und Medaillen zum Trotz sind die Hockey-Spieler nur Kleinverdiener im Sport. In der Bundesliga sind kaum mehr als Aufwandsentschädigungen drin. Neben der Spitzensportler-Förderung durch den Bund profitieren die DHB-Auswahlakteure, zuletzt immerhin Olympiasieger 2008 in Peking und 2012 in London, vor Olympia in Rio 2016 zwar als erste von der "Teamsport-Förderung" der Deutschen Sporthilfe. Das sind pro Mann erfolgsabhängig zwischen 400 und 1300 Euro monatlich. Beträge, die selbst mittelprächtige Fußballprofis nur müde belächeln würden.

Daher genehmigte der damalige Bundestrainer Markus Weise im Herbst auch den Indien-Trip des Quartetts, obwohl es in dieser Zeit wichtige Teile der Olympia-Vorbereitung verpasst. Bei solchen Summen müsse er kompromissbereit sein, sagte der inzwischen zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) gewechselte Erfolgscoach. Nachfolger Valentin Altenburg trägt die Entscheidung seines Vorgängers mit.

Fürste & Co. glauben aber ohnehin, dass das Indien-Abenteuer ihren Ambitionen auf das dritte Olympia-Gold in Serie nicht im Wege steht. "Im Gegenteil. Wir spielen fünf Wochen mehr Feldhockey als sonst, denn wir pausieren ja in der Halle", erklärte Fürste. "Ich halte das für eine kluge Vorbereitung auf das ganze Jahr und denke, dass das eher produktiv ist", ergänzte der Welthockey-Spieler von 2012.

Er weiß, wovon er spricht. Denn Fürste, der 2013 den Premierentitel mit den Ranchi Rhinos gewann, ist schon zum dritten Mal dabei. 2014 holte Jacobi mit den Dehli Waveriders den Titel. Die aktuelle Saison läuft vom 18. Januar bis zum 21. Februar. In dieser Zeit wollen die vier aus Hamburg auch Land und Leute kennenlernen. "Es ist kulturell und menschlich eine neue Herausforderung. Und das Schöne daran ist, dass man mal einen ganz anderen Reiz hat", glaubt Fuchs. Allerdings bleibt auch für ihn Olympia am Zuckerhut "das übergeordnete Ziel".