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Fußball

Transparency-Beauftragte fordert klare Ziele von Katar

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Frankfurt/Main (dpa) - Transparency-Vertreterin Sylvia Schenk hat nach einem Gespräch mit Katars WM-Organisationschef Hassan Al Thawadi weiter große Bedenken, was die Situation der dortigen Gastarbeiter angeht.

"Es tut sich ein bisschen was, aber sehr langsam", sagte die Sportbeauftragte von Transparency International Deutschland (TI)der Deutschen Presse-Agentur.

TI ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich der weltweiten Bekämpfung der Korruption zur Aufgabe macht.

Die 63-Jährige Schenk hatte sich in Frankfurt/Main mit Al Thawadi getroffen, zudem gab es ein Gespräch zwischen dem katarischen Spitzenfunktionär und Wolfgang Niersbach, dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

"Sie haben uns dargelegt, wie der Stand der Vorbereitungen ist, und klargemacht, dass sie die WM definitiv dazu nutzen wollen, die Rechte der Gastarbeiter im Land zu verbessern", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". "Wolfgang Niersbach hat sie darin bestärkt, dass sie diesen Weg konsequent weitergehen müssen."

Laut Schenk hat sich Al Thawadi auch über eine schiefe Darstellung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Migranten in der Öffentlichkeit beklagt. "Es kann keiner verlangen, dass sich die Dinge von heute auf Morgen ändern. Aber wir haben gesagt: Setzt euch klare Ziele, damit man Fortschritte sieht", erklärte Schenk. Sie habe auch auf kritische Berichte von Amnesty International und Human Rights Watch verweisen.

Katar richtet 2022 die Weltmeisterschaft aus, sieht sich aber wie zahlreiche FIFA-Verantwortliche heftigsten Korruptionsvorwürfen ausgesetzt. "Wir haben das natürlich angesprochen, sie haben gesagt, dass sie nicht bestochen haben", meinte Schenk.