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Fußball

Pieth: Blatter hat «die Haltung eines Sonnenkönigs»

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Berlin (dpa) - Der Korruptions-Jäger Mark Pieth hat dem gestürzten Fußballweltverbands-Präsidenten Joseph Blatter "die Haltung eines Sonnenkönigs" bescheinigt. "Der Staat bin ich.

Blatter und der ebenfalls suspendierte UEFA-Präsident Michel Platini glauben, sie stünden über dem Recht", sagte der Professor für Strafrecht und Kriminologie im Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

In der Blatter-Nachfolger-Debatte warnte FIFA-Kenner Pieth vor einem "miserablen" Kandidaten. Eine fragwürdige Person wie Salman bin Ebrahim Al Khalifa würde den Reformprozess torpedieren, sagte er. "Es wäre eine Katastrophe, wenn Al Khalifa tatsächlich das Rennen machen würde", sagte der 62-Jährige: "Wenn dieser Mann Präsident der FIFA wird, hat sie schlagartig ein viel größeres Problem als Korruption. Dann reden wir von Menschenrechts-Verletzungen."

Der europäischen Fußball-Union (UEFA) komme die Aufgabe zu, einen Mann wie Al Khalifa zu verhindern. Weil die UEFA unter den 209 FIFA-Mitgliedern nur ein Viertel der Stimmen hat, müsste sie notfalls drohen: "Wenn Al Khalifa Präsident wird, treten wir aus der FIFA aus und verzichten auf die Weltmeisterschaft." Allerdings sehe er keinen Mut bei der UEFA, die seit der Sperre Platinis "gelähmt" sei. "Im Grunde haben sich alle dem Franzosen untergeordnet, allen voran der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach", kritisierte Pieth.

Der Schweizer beklagte auch die heuchlerischen Sponsoren, hinter dessen Verhalten ein einfaches Kalkül steckt: "Solange die Partnerschaft mit der FIFA tüchtig Geld einbringt, hält man trotz aller Imageprobleme daran fest."