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Fußball

Bach und Hörmann attackieren FIFA: «Viel Kredit versaut»

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hannover (dpa) - IOC-Chef Thomas Bach und DOSB-Präsident Alfons Hörmann haben mit scharfer Kritik auf die nächste Skandalwelle beim Fußball-Weltverband FIFA reagiert.

"Ich habe schon vor einigen Wochen gesagt: genug ist genug. Was man jetzt sieht, geht darüber noch einmal hinaus, mit den neuen Anklagen und mit den neuen Verhaftungen", sagte Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, in Stuttgart. Am 3. Dezember waren in Zürich zwei weitere FIFA-Vizepräsidenten wegen Korruptionsverdachts festgenommen worden, gegen insgesamt 16 Spitzenfunktionäre wurde Anklage von der US-Justiz erhoben.

Auch Hörmann, Bachs Nachfolger als Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes, griff die FIFA und ihren suspendierten Präsidenten Joseph Blatter heftig an. Mit Bezug auf die Pleite der Hamburger Olympia-Bewerbung sechs Tage zuvor wetterte Hörmann: "Alleine diese Person und Organisation haben viel Kredit und viel Rückenwind versaut." Nach den jüngsten Ereignissen am FIFA-Sitz Zürich "trauen wir uns selbst kaum noch, uns zu outen, dass wir Sportfunktionäre sind. Das kann nicht unsere Zukunft sein", sagte Hörmann.

Bach forderte den Weltverband zum "offenen Dialog" mit den Ermittlungsbehörden auf. Auf diesem Wege solle die FIFA sicherstellen, dass bei der Wahl der neuen Verbandsführung im Februar "diejenigen, die zur Wahl stehen, einem Glaubwürdigkeitstest und einem Integritätstest standhalten", sagte der IOC-Präsident bei der Verleihung der Reinhold-Maier-Medaille durch die FDP/DVP-Fraktion im baden-württembergischen Landtag.

Bach mahnte die FIFA erneut zu tiefgreifenden Reformen. Man dürfe nicht glauben, "dass mit der Wahl eines neuen Präsidenten alle Probleme gelöst werden". Die FIFA müsse vielmehr zeigen, "dass hinter den Reformen auch ein tatsächlicher Reformwille steht und dass diese Reformen dann auch umgesetzt werden", sagte Bach. Er zeigte sich überzeugt, dass es in der FIFA reformwillige Kräfte gibt: "Denen muss man dann zum Durchbruch verhelfen."

Nach Ansicht von Prinz Ali bin al-Hussein aus Jordanien, der sich um die Nachfolge von Blatter als Weltverbandschef bewirbt, hat die FIFA nur mit radikaler Offenheit eine Zukunft. "Ja, die FIFA ist zu retten. Mit Offenheit, Transparenz und so rückhaltloser Aufklärung wie möglich", sagte Ali in Washington. Diese Aufarbeitung müsse auch aus den nationalen Komitees kommen.

"Ich kandidiere, weil die FIFA eine Führung braucht, die den Fußball wieder wertschätzt", sagte Ali. "Die jüngsten Verhaftungen machen überdeutlich, wie nötig Reformen sind. Der Wandel kann nur von innen kommen. Es gibt in der Organisation eine so große Sehnsucht nach dieser Veränderung."

"Fußball ist eine Kultur, eine Sprache, die auf der ganzen Welt verstanden wird", sagte Ali. "Ich möchte die FIFA wieder zu einem Dienstleistungsunternenn für den Fußball machen." Der Fußball sei die eine Sprache, "die auf der ganzen Welt verstanden wird".