Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München

Fußball

ARD: Vorwürfe gegen FIFA-Funktionäre wegen WM-Vergabe

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Berlin (dpa) - Knapp vier Wochen vor der FIFA-Präsidentschaftswahl hat die ARD in ihrer Reportage "Der verkaufte Fußball. Sepp Blatter und die Macht der FIFA" über angebliche Schmiergeldangebote an mehrere Mitglieder des Exekutivkomitees im Zuge der WM-Vergaben 2018 und 2022 berichtet.

Zudem soll der zyprische Geschäftsmann und FIFA-Vorstand Marios Lefkaritis in dubiose Geschäfte mit den künftigen Turniergastgebern Russland und Katar verwickelt gewesen sein, berichtet die ARD.

Die frühere Mitarbeiterin der erfolgreichen WM-Bewerbung Katars, Phaedra Almajid, nannte in der TV-Dokumentation namentlich die aktuellen oder früheren Mitglieder des FIFA-Vorstands Issa Hayatou, Jacques Anouma und Amos Amadu. Die Afrikaner sollen vom Emirat vor der Vergabe des Turniers 2022 je 1,5 Millionen Dollar für ihre WM-Stimme angeboten bekommen haben, behauptet Almajid. Hayatou und Anouma wollten sich nicht äußern. Amadu, der wegen anderer ethischer Verfehlungen bereits von der FIFA gesperrt wurde, sagte: "Es ist alles vorbei, lassen wir doch die Vergangenheit Vergangenheit sein."

Lefkaritis räumte Geschäfte seiner Firma mit einem Tochterunternehmen der russischen Energiefirma Gazprom ein. "Wir reden hier von glasklaren Geschäften. Das ist Teil des Familiengeschäftes", sagte er. Korruptionsvorwürfe wies er von sich.

FIFA-Präsident Blatter wollte sich nach ARD-Angaben nicht zu einem Interview zu den Vorwürfen bereiterklären. Der Weltverband hat diverse Vorwürfe gegen Katar, Russland und seine Exekutive durch seine Ethikkommission prüfen lassen und das Verfahren für beendet erklärt. Almajid wurde im Zuge dieser Untersuchungen als nicht glaubwürdig erachtet. Dies wurde international heftig kritisiert.

Der 79-jährige Blatter tritt am 29. Mai für eine fünfte Amtszeit als FIFA-Chef an. Erstmals hat er in Luis Figo, Michael van Praag und Prinz Ali bin Al-Hussein drei Gegenkandidaten, denen aber praktisch keine Chancen eingeräumt werden.