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Fußball - Rangsdorf

Fehler beim Urteil gegen SV Babelsberg eingeräumt

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Rangsdorf (dpa) - Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) hat einen aus seiner Sicht "stilistischen" Fehler beim Urteil des Sportgerichts gegen den Regionalligisten SV Babelsberg 03 eingeräumt. Der Verein sei nicht bestraft worden, weil bei einem Spiel im April 2017 gegen Energie Cottbus aus Reihen der Babelsberger "Nazischweine raus" gerufen worden sei, sagte Stephan Oberholz, Vorsitzender des Sportgerichtes des NOFV, am Donnerstag in Rangsdorf bei Berlin. Dieser Satz sei fälschlich in das Urteil geraten. Für die Begründung sei entscheidend, dass im Fanblock Pyrotechnik gezündet worden war. Babelsberg soll eine Strafe in Höhe von 7000 Euro bis 14. Februar zahlen.

Babelsberg weigerte sich bislang die Strafe zu zahlen und riskiert damit eine Spielsperre. Der Verein wendet sich gegen die Gleichsetzung von Naziparolen von Cottbuser Fans und den Gegenrufen aus den Babelsberger Reihen. Die Berufung der Babelsberger sei abgelehnt worden, weil eine Unterschrift unter dem Schreiben fehlte, sagte Jürgen Lischewski, Vorsitzender des Verbandsgerichtes. Nachdem das Gericht aber nun betont hat, dass sich die Strafe nur auf die gezündete Pyrotechnik bezieht, scheint eine Lösung des Streits in Sicht.

Der Fußball-Verband und Babelsberg 03 würden aufeinander zugehen, kündigte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs an. "Wir befinden uns in der Endphase der Vorbereitung für ein gemeinsames Gespräch", sagte er. Ein Termin stehe aber noch nicht fest.

Energie Cottbus hatte mit seiner Berufung Erfolg gegen die Entscheidung des Sportgerichts beim Verbandsgerichts. Wegen "unsportlichen diskriminierenden Verhaltens" war der Verein zu 5000 Euro verurteilt worden. Vorwürfe wurden zurückgewiesen, das Gericht habe rassistische oder antisemitische Rufe von Energie-Fans nicht berücksichtigt. Dafür fehlten Beweise, hieß es. Mittlerweile hat der DFB-Kontrollausschuss dagegen Revision eingelegt. Die Verhandlung findet am 27. Februar statt.

Als erste Konsequenz um die Vorgänge hat der Fußball-Verband einen Antidiskriminierungsbeauftragten installiert. Er solle vor, während und nach dem Spiel rassistische Angriffe dokumentieren und sie gerichtssicher festhalten, sagte Oberholz.