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Eisschnelllauf

Pechstein: «Bin keine Maschine» - Beckert mit Finalchancen

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Berlin (dpa) - Claudia Pechstein rutschte völlig entkräftet über den Zielstrich, Patrick Beckert pustete nach dem harten 5000-Meter-Rennen erst einmal kräftig durch.

Die beiden deutschen Asse haben nach dem ersten Tag der Mehrkampf-Weltmeisterschaften der Eisschnellläufer in Berlin die Chancen auf den Einzug in die Finals mit unterschiedlichem Erfolg gewahrt.

Lokalmatadorin Pechstein verpasste als Siebte die Möglichkeit, den Finaleinzug über das 3000-Meter-Ergebnis klar zu machen. "Ich habe meine Zugehörigkeit zur Weltspitze nachgewiesen, auch wenn nicht alles so lief, wie ich das vorhatte", meinte sie nach ihrem Rennen. "Aber ich bin keine Maschine und immerhin 44 Jahre alt", räumte sie ein.

Angefeuert von den fast 3000 Zuschauern in der voll besetzten Arena des Sportforums Berlin - darunter viele Niederländer - lief die älteste Eisschnellläuferin der Weltklasse in 4:08,01 Minuten nicht wie erhofft in die Top Sechs. "Es gibt noch eine Finalchance", errechnete Bundestrainer Helge Jasch die komplizierte Konstellation.

Ihr Trainer Peter Mueller lobte, dass sie trotz schwächeren Starts nie aufgegeben und trotzdem achtbar abgeschnitten habe. "Sie ist mit viel Herz gelaufen", sagte der US-Amerikaner. Zuvor hatte sie im 500-Meter-Sprint in 40,54 Sekunden eine persönliche Saison-Bestzeit fixiert. "Es lief sehr gut. Aber das waren nur 500 von 10 000 Metern, die man im Vierkampf zurücklegen muss", meinte sie schmunzelnd. Als bisherige Saison-Bestzeit standen für sie 41,16 Sekunden zu Buche.

Auch Patrick Beckert hatte nach dem erwartet mäßigen 500-Meter-Sprint die Verfolgungsjagd aufgenommen. Dank eines fünften Platzes über 5000 Meter meldete er nachdrücklich Ansprüche auf die Finalteilnahme an und schob er sich nach zwei Strecken auf Rang elf des Klassements. Zumindest Rang 16 nach der dritten Strecke, der 1500 Metern, ist nach dem WM-Reglement für den Erfurter nötig, um unter den besten Acht über 10 000 Meter antreten zu dürfen.

Auf der Langstrecke spielte der Thüringer wie erhofft seine Stärken aus und kam in 6:21,36 Minuten auf den in etwa angestrebten Rang. "Jetzt sieht es ganz gut aus für das Finale. Auch wenn ich gemerkt habe, dass mir zum Ende der Saison etwas die Frische fehlt", sagte der WM-Vierte von Kolomna auf dieser Distanz. Im Sprint, den er als Langstreckler überhaupt nicht trainiert, hatte es für ihn in 38,13 Sekunden nur zu Rang 23 gereicht. "Ich bin nicht unzufrieden, es lief viel besser als beim ersten Test über 500 Meter vorige Woche", urteilte er.

Roxanne Dufter rangiert bei ihrem Allround-WM-Debüt im Zwischenklassement nach ansprechenden Leistungen auf Platz 18. Wie sie hat aber auch ihr Vereinsgefährte Moritz Geisreiter als 22. nach zwei Strecken definitiv keine Chance mehr auf einen Finalplatz.

Die Führung liegt bei Halbzeit Top-Favorit Sven Kramer mit einem Streckensieg über 5000 Meter in 6:14,13 Minuten. Damit ist der Weg für den Niederländer zum achten Mehrkampf-WM-Titel frei. Im Damen-Ranking ist die tschechische Titelverteidigerin Martina Sablikova nach ihrem Sieg über 3000 Meter in Bahnrekordzeit von 3:58,11 Minuten auf den Spitzenplatz vorgerückt. Sie führt vor den 1500 Metern aber nur mit 0,03 Sekunden vor der fünfmalige Allround-Weltmeisterin Ireen Wüst aus den Niederlanden.