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Bob

Friedrich und Arndt vor WM-Hattrick - Geheimtipp Lochner

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Innsbruck (dpa) - Der Härtetest von Francesco Friedrich mit einem scharfen Trainingslauf auf der WM-Bahn in Innsbruck/Igls fiel aus. Er wird bis zum Rennen am Samstagfrüh kein Risiko mehr eingehen.

"Es wird eine Punktlandung zum WM-Start werden", sagte der jüngste Zweierbob-Weltmeister in der Bobgeschichte. Für das Unternehmen WM-Hattrick heißt es nun: Alles oder Nichts. "Entweder hält der Muskel am Samstag oder nicht. Bis dahin versuchen wir alles zur Regeneration, zweimal Physiotherapie am Tag und dann wird am Wettkampftag gut getapt", betonte sein erfahrener Heim- und Bundestrainer Gerd Leopold.

Halbe Sachen gehen bei der Dichte der Weltelite nicht. "Dafür hat die Konkurrenz zu gute Startzeiten und teilweise Materialvorteile, wie die Rennen zuletzt gezeigt haben", meinte Leopold. Die Prognose von Teamarzt Christian Schneider war zuletzt optimistisch, dass die Muskulatur im lädierten Oberschenkel hält. "Der Oberschenkel scheint irgendwie meine Schwachstelle zu sein", meinte Titelverteidiger Friedrich grübelnd.

Sollte er auf der Bahn am Patscherkofel - diesmal erneut mit Anschieber Thorsten Margis - seinen dritten WM-Titel in Serie einfahren, würde er zu den ganz Großen seines Fachs aufschließen. Nur der Italiener Eugenio Monti schaffte bei seinen fünf Zweierbob-Titeln hintereinander von 1957 bis 1962 wie auch der heutige Cheftrainer Christoph Langen von 1993 bis 1996 das begehrte Triple im kleinen Schlitten.

Aber auch Viererbob-Weltmeister Maximilian Arndt steht in der Königsklasse vor dem WM-Hattrick. Das hatte in der 85-jährigen WM-Geschichte seit der Premieren-WM 1931 in Oberhof bislang nur der viermalige Olympiasieger Andre Lange von 2003 bis 2005 geholt.

Friedrich kann sich in den wenigen Stunden bis zum Start voll auf seine Genesung konzentrieren, denn die sogenannte Starterbahn mit 14 Kurven und nur 8,50 Prozent Gefälle ist für den 25-jährigen Sachsen kein Problem. "Die WM-Bahn liegt mir, kommt meinem Fahrstil entgegen. Die Chancen stehen - wenn wir halbwegs fit an den Start gehen können - gut, um eine tolle Platzierung herauszufahren."

Noch bei der EM in St. Moritz hatte er mit einem laufenden statt sitzenden Start überrascht. "Das ist ein gutes Zeichen, er ist seiner Zeit voraus. Jetzt müssen wir sehen, wie es sich entwickelt", meinte Cheftrainer Langen, der weitere heiße Eisen im Feuer hat. Denn auch Nico Walther mit Christian Poser sowie Arndt mit dem viermaligen Olympiasieger Kevin Kuske können um die Medaillen mitfahren. Zudem gilt der WM-Zweite Johannes Lochner mit Joshua Bluhm erneut als Geheimfavorit - auch ohne Weltcuprennen in diesem Winter. Das Startrecht holte er sich in beiden Disziplinen als Junioren-Weltmeister. Beim Training am Mittwoch glänzte er mit Start- und Laufbestzeit.

Bei den Frauen steht Anja Schneiderheinze vor der möglichen Krönung ihrer Karriere. Als Anschieberin von Sandra Kiriasis gewann sie 2005 den WM-Titel und ein Jahr darauf Olympia-Gold. Nach zwei EM-Titeln zuletzt als Pilotin und Platz zwei bei der WM im Vorjahr soll endlich der Titel her. Denn Innsbruck/Igls ist ihre Lieblingsstrecke. "Dort habe ich meine Pilotenschule, meinen ersten Wettkampf gemacht und meinen ersten Weltcupsieg geholt", sagte Schneiderheinze. Mit Annika Drazek sorgte sie zuletzt mit Startbestzeiten und kann voll bei Weltmeisterin Elana Meyers Taylor und Olympiasiegerin Kaillie Humphries aus Kanada mithalten.

Das deutsche Aufgebot für die Bob- und Skeleton-WM:

BOB

Frauen:

Anja Schneiderheinze/Erfurt, Annika Drazek/Winterberg

Mariama Jamanka/Oberhof, Franziska Bertels/Erfurt

*Stefanie Schneider/Oberbärenburg, Lisa Marie Buckwitz/Potsdam

Zweierbob:

Francesco Friedrich/Oberbärenburg, Thorsten Margis/Halle

Maximilian Arndt/Oberhof, Kevin Kuske/Potsdam

Nico Walther/Oberbärenburg, Christian Poser/Potsdam

*Johannes Lochner/Stuttgart, Joshua Bluhm/Stuttgart

Viererbob:

Maximilian Arndt/Oberhof, Kevin Korona/Magdeburg, Martin Putze/Oberhof, Ben Heber/Oberhof

Francesco Friedrich/Oberbärenburg, Candy Bauer/Oberbärenburg, Gregor Bermbach/Winterberg, Thorsten Margis/Halle

Nico Walther/Oberbärenburg, Marko Hübenbecker/Magdeburg, Christian Poser/Potsdam, Eric Franke/Oberbärenburg

*Johannes Lochner, Joshua Bluhm, Sebastian Mrowka, Matthias Sommer/alle Stuttgart

SKELETON

Frauen:

Sophia Griebel/Suhl, Tina Hermann/Königssee, Jacqueline Lölling/RSG Hochsauerland

Männer:

Axel Jungk/Riesa, Michael Zachrau/Oberhof, Kilian von Schleinitz/WSV Königssee

* Die Juniorenweltmeister haben ein persönliches Startrecht