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Anja Schneiderheinze will Karriere mit WM-Titel krönen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Innsbruck/Igls (dpa) - Olympia-Gold hat Anja Schneiderheinze schon 2006 gewonnen, als Bob-Anschieberin auch den WM-Titel im Jahr zuvor geholt - jetzt will die 37-Jährige bei der Weltmeisterschaft in Innsbruck/Igls auch als Pilotin siegen.

Die Erfurterin hat rechtzeitig zur am Freitag beginnenden Weltmeisterschaft ihre Form gefunden. Mit zwei Startbestzeiten bei der EM in St. Moritz verteidigte sie mit Annika Drazek ihren Titel und verbuchte im siebten Weltcup-Rennen als Zweite hinter Weltmeisterin Elana Meyers Taylor ihr ersten Podiumsplatz in diesem Winter.

"Jetzt weiß ich, die WM kann kommen. Wenn es hier in St. Moritz nicht geklappt hätte, wäre ich wohl verzweifelt", meinte Schneiderheinze. 2006 in Turin schob sie Sandra Kiriasis zu Olympia-Gold. Ein Jahr zuvor in Calgary war die ehemalige Eisschnellläuferin Schneiderheinze bei ihrem WM-Debüt als Anhieb als Beifahrerin erfolgreich war.

"Innsbruck ist für mich etwas Besonderes. Dort habe ich meine Pilotenschule, meinen ersten Wettkampf gemacht und meinen ersten Weltcupsieg geholt", sagte die Bundespolizistin. Auf der Eispiste am Patscherkofel feierte sie 2011 ihr Debüt im Weltcup als Pilotin und raste mit Anschieberin Christin Senkel auf Rang zwei. Beim nächsten Weltcup-Rennen in Innsbruck/Igls eine Saison später gewann sie das Auftaktrennen. "Diese Bahn liegt Anja einfach, da kann sie Weltmeisterin werden. Mit diesem Anspruch muss sie auch in die Rennen gehen", meinte Cheftrainer Christoph Langen.

Die mit 1270 Meter relativ kurze Olympia-Bahn von 1976 mit nur 8,50 Prozent Gefälle kommt der WM-Zweiten und ihrer Anschieberin Annika Drazek entgegen. Denn der minimale Startvorsprung multipliziert sich auf der kurzen Bahn im oberen Bereich fast um das Dreifache und ist auf der kurzen Strecke nur schwer aufzuholen.

Und die Anschubkraft des Duos ist zuletzt stetig gestiegen. In St. Moritz nahm sie Weltmeisterin Elana Meyers Taylor aus den USA pro Lauf drei Hundertstel am Start ab, Olympiasiegerin Kaillie Humphries aus Kanada sogar mehr als eine Zehntelsekunde. Selbst beim Weltcup auf der Starterbahn in Park City überzeugte das Duo Schneiderheinze/Drazek mit den besten Startzeiten, hatte aber deutliche Nachteile in der Endgeschwindigkeit. Frustriert ließ Schneiderheinze dann auf der gefährlichen Bahn in Whistler den Weltcup aus.

Nun hat sie sich gezielt auf den Jahreshöhepunkt vorbereitet und will ihre Chance nutzen. "Nach Platz zwei zuletzt in Winterberg gibt es in Innsbruck/Igls eigentlich nur eine Steigerung", meinte die Thüringerin, die im ersten Training am Dienstag Tagesbestzeit fuhr.