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American Football

Suche nach neuen Märkten: NFL will mehr Auslandsspiele

Direkt aus dem dpa-Newskanal

San Francisco (dpa) - Die USA sind für die National Football League längst nicht mehr genug. Auch nach einer weiteren Rekordsaison mit einem Umsatz von 13 Milliarden US-Dollar treiben die businessorientierten Teambesitzer ihre Expansionspläne voran.

Sie haben zahlreiche lukrative Geldquellen im Visier, sehen die Zukunft ihrer Liga in Europa, Mexiko, Brasilien, Australien - auch Spiele in Deutschland sind immer wieder ein Thema.

Zunächst stehen sich aber am 21. November im Azteken-Stadion von Mexiko City die Oakland Raiders und die Houston Texans gegenüber. Es wird das erste Monday Night Game der NFL-Geschichte außerhalb der USA. Als "wichtigen Schritt für unser anhaltendes internationales Wachstum" sagt NFL-Commissioner Roger Goodell zum Gastspiel in der kommenden Saison. "Wir haben eine riesige, heißblütige Anhängerschaft in Mexiko und wir wissen, dass die Atmosphäre am Spieltag unglaublich sein wird."

Die Liga hat hervorragende Erinnerungen an Mexikos Mega-Metropole. Am 2. Oktober 2005 gab es dort erstmals ein NFL-Spiel. Den 31:14-Sieg der Arizona Cardinals über die San Francisco 49ers verfolgten 103 467 Zuschauer. Mexiko sei neben Kanada und Großbritannien der wichtigste internationale Markt für die Liga, betonte NFL-Vizepräsident International Mark Waller in der Woche vor dem Super Bowl in Santa Clara. Er sprach auch über das Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro und Melbourne als mögliche Destinationen - allerdings nur für den Pro Bowl. Das Allstar-Spiel wird traditionell auf Hawaii ausgetragen.

Zugleich nannte Waller auch Deutschland als Ziel, das die Liga anvisiere. Derartige Worte sind jedoch nicht neu. Goodell beispielsweise lässt seit Jahren keine Gelegenheit aus, um auf die "leidenschaftlichen Fans" in Germany hinzuweisen. "Vielleicht ist dort auch mal ein NFL-Spiel möglich, Berlin zum Beispiel hat ja eine große Arena", betonte Goodell bereits vor dem Super Bowl 2015. Konkrete Pläne gibt es jedoch noch nicht.

Dennoch dürfen sich die deutschen Football-Fans Hoffnungen machen. Im Vorjahr hatten die 32 Teameigner zugestimmt, bis 2025 weiterhin NFL-Partien im Ausland auszutragen. Ein wichtiger Hintergrund dieses Beschlusses ist das Bestreben, Spiele in anderen Nationen als Großbritannien durchzuführen.

Seit 2008 ist die NFL im Londoner Wembley-Stadion zu Gast. Anfangs war es ein Spiel pro Saison, mittlerweile sind es drei Partien. In diesem Herbst wird erstmals auch im Rugby-Stadion von Twickenham gespielt. Von 2018 an sollen dann Partien in der neuen Arena der Tottenham Hotspurs ausgetragen werden.

Es ist seit langer Zeit bekannt, dass die NFL den Wunsch hat, einen Club in der englischen Hauptstadt anzusiedeln. London, das klingt nach Big Business. Bei internen Recherchen sei laut Liga herausgekommen, dass es in Großbritannien 13 Millionen NFL-Fans gäbe. Waller hofft, dass man "London 2021 oder 2022" realisieren könne.

In der Politik wurde dies mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. George Osborne, Finanzminister in der Regierung von Premierminister David Cameron, hatte bereits im Vorjahr betont, alles zu tun, damit London "dieser Touchdown" gelinge. Osborne will London zur "Sporthauptstadt der Welt" machen - dafür wäre ein Team aus der reichsten Liga der Welt ein gutes Argument.