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Diskussion: Chancen und Risiken virtueller Realitäten

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die Technologie virtueller Realitäten bietet nach Einschätzung von Fachleuten neue Möglichkeiten für die Medizin und das Gesundheitswesen. "In der ärztlichen Ausbildung können junge Ärzte Operationen zunächst virtuell erproben, bevor sie am Patienten erfolgen", sagte die Vorsitzende der Techniker Krankenkasse Hessen, Barbara Voß, am Donnerstag in Frankfurt zu Beginn einer Fachtagung mit dem Titel "Virtual Reality - Abtauchen war nie einfacher".

Hilfreich sei die Technologie auch bei Psychotherapien. So könnten Menschen, die unter Phobien leiden, etwa vor Spinnen oder Menschengruppen, "langsam und individuell abgestimmt an für sie beängstigende Situationen herangeführt werden".

Das Eintauchen in eine virtuelle Welt könne andererseits auch so attraktiv sein, dass das reale Leben für manchen zum Problem werde, warnte Voß. "Einfach nur: Brille auf und weg." Wichtig sei es daher "Medienkompetenz aufzubauen, um digitale Medien souverän zu nutzen, anstatt von ihnen beherrscht zu werden".

Nach Darstellung der hessischen Landesstelle für Suchtfragen gibt es noch keine wissenschaftliche Daten zu dem Suchtpotenzial. Geschäftsführer Wolfgang Schmidt-Rosengarten geht allerdings davon aus, dass das Abhängigkeitspotenzial von Virtual-Reality-Spielen um einen Faktor x höher ist als bei herkömmlichen Computerspielen.